Wie arm ist Herten? Gast: Jan Hindrichs (Caritas Herten) - Hömma, Herten Spezial

Shownotes

In dieser Spezial-Ausgabe von "Hömma, Herten" sprechen wir über Armut. Zu Gast haben wir deshalb Jan Hindrichs, Geschäftsführer der Caritas in Herten. Er kennt viele Schicksale, weiß aber auch um die strukturellen Probleme und kann mit seiner Organisation vielen Menschen helfen. Mit ihm sprechen HA-Lokalchefin Martina Möller und HA-Redakteur Stefan Korte.

Transkript anzeigen

00:00:00: Was bedeutet überhaupt Abend?

00:00:01: Darüber sprechen wir heute mit unserem Gast.

00:00:26: Ja, sehr gerne.

00:00:34: Also herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:35: Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf und das wir über dieses wichtige Thema Armut sprechen können.

00:00:40: Mein Name ist Jan Hindrichs.

00:00:41: Ich bin jetzt seit gut sechs Jahren Vorstand beim Caritas-Verband in Herden.

00:00:48: Tatsächlich bin ich in Herdn geboren.

00:00:50: Das ist ja heute nicht mehr möglich aber damals ging es noch im Sankt Elisabeth Hospital und dementsprechend auch in Herdan aufgewachsen also von Kindergarten bis zum Abitur.

00:01:00: Dann über den Zivilinz hat mich nach Münster gezogen, habe dort soziale Arbeit studiert.

00:01:05: Ich habe in Berlin im Masterstudium in Public Policy studiert und bin eigentlich relativ früh dann auch schon zum Karitasverband gekommen, hab dort als Presse-Öffentlichkeitsarbeiter gewirkt, habe Projekte gemanagt, war da eine Zeit ja Deutschland Europawald unterwegs, hab mich aber immer mit sozialen Themen befasst.

00:01:25: also das zieht sich schon so ein bisschen... durch mein Engagement, durch meinen Interesse.

00:01:29: Durch meine Werte durch also eben auch zu gucken wie können wir Gesellschaft sozial gestalten.

00:01:34: und genau bin jetzt seit sechs Jahren dort als Vorstand.

00:01:37: und damit haben wir natürlich als Karrett das Härten an verschiedensten Stellen der viele Facettenarmut damit zu tun und versuchen Situation von Menschen zu verbessern und sie dabei zu begleiten, zu befähigen das besser zu gestalten zu können.

00:01:51: ... Armut überhaupt definiert.

00:01:56: Das ist ja ein sehr weit räumiger Begriff, wo setzt man da an?

00:02:02: Ab wann wird man tätig?

00:02:04: Genau, schwierig!

00:02:05: Also wirklich eine... Es gibt natürlich verschiedene belastbare Definitionen weltweit, dann sagt man so irgendwie nur einen oder zwei Dollar am Tag zur Verfügung.

00:02:13: in Deutschland sind wir häufig eher statistisch und sagen, ... ... sechzig Prozent eines mittleren Einkommens Häufig aber einfach da, wo Menschen in Lebenslagen sind.

00:02:22: Manchmal sprechen wir von bräkeren Lebenslagen, wo sie vielleicht gerade alleine überfordert sind und nicht weiter wissen.

00:02:28: Und das hört sich vielleicht so ein bisschen nach Krise an oder temporär.

00:02:32: Aber natürlich durchaus wenn wir so einen Bildungsbiografien denken, wenn wir eine Erkrankung denken, psychische oder auch andere Erkranken sind es natürlich auch durch lange Phasen oder einfach auch Merkmale die die Menschen in ihrem Lebensalltag ihre Persönlichkeit mit prägen sodass es da sehr unterschiedliche Bedarfe gibt.

00:02:48: Aber wir haben ja den Slogan, keiner lebt für sich allein.

00:02:52: Also da wo Menschen eben nicht nur angewiesen sind sondern nach Unterstützung fragen oder auch in Lebenslagen sind, wo das hilfreich ist dort wären wir erst mal aktiv.

00:03:03: Genau vielleicht noch ein bisschen abstrakt aber... Da können wir gleich noch ins Detail gehen!

00:03:07: Genau sehr gut Genau, wir haben ja schon darüber gesprochen dass viele der Projekte der Caritas in Härten schon sehr lange laufen.

00:03:15: Wie funktioniert das denn überhaupt?

00:03:17: Kommen die Leute zu Ihnen?

00:03:18: Gehen sie auf die Menschen zu?

00:03:20: Wie erfahren Sie überhaupt von Armut?

00:03:21: Das ist auch eine interessante Frage weil wir wissen ja auch Verdeckter Armut ist ein Stichwort, dass nicht jeder das auf dem Silbertablett vor sich herträgt.

00:03:29: ich habe ein geringes Einkommen und kann mir bestimmte Dinge nicht leisten.

00:03:33: Ich fühle mich ausgegrenzt mit den entsprechenden Folgen, die sie gerade schon aufgezeigt haben.

00:03:37: Wie entdecken Sie Armut in Herden?

00:03:39: Genau also erst mal ist uns schon sehr bewusst dass es Armut gibt.

00:03:42: Also das für uns keine Überraschung und keine neue Erkenntnis.

00:03:46: Die Karrettas wiegt seit über fünffünfzig Jahren in Herten.

00:03:48: Die Anfänge waren tatsächlich damals in der Arbeit mit Nichts-Sesshaften und Menschen mit Migrationshintergrund was ja schonmal so zwei vielleicht prekäre Situationen sein können die dazu führen ... in Herausforderungen leben, mit prekären Lebenslagen umgehen müssen.

00:04:04: Das heißt von Anfang an unserer DNA als wir noch lange nicht so groß... ...so vielfältig etabliert waren den Herden haben wir uns damit beschäftigt und ich glaube es ist natürlich wenn man in einer Stadt... ...wirkt lebt sich zu Hause und auch verbunden fühlt dass man sich dann um die Belange der Interessen der Lebenslage der Bedürfnisse der Menschen einfach kümmert und aufmerksam ist.

00:04:24: und dann kriegt man natürlich mit Einmal wenn man aufmerksam ist, selber auf die Suche geht mit Menschen in Kontakt kommt.

00:04:30: Auf der anderen Seite natürlich auch Beratungsdienste Anlaufstellen vorhält wo Menschen zu uns kommen können wie ja die Situation sind wo der Schuh drückt.

00:04:39: also es hat beides.

00:04:41: Einmal das ist eine aufsuchende Arbeit oder eine Begegnung einer Offenheit wirklich unterwegs zu sein und das andere ist natürlich auch so.

00:04:48: wir haben Anlaufstellen die allgemeine Sozialberatungen die Tafel das Familienbüro um Menschen einfach in schwierigen Situationen kommen können.

00:04:56: oder wenn Sie das Gefühl haben, sie brauchen Unterstützung.

00:04:58: Sie möchten mit jemandem reden.

00:05:00: Häufig haben die ja auch gar nicht so für sich diese Definition von ich bin jetzt arm?

00:05:03: Oder ist es gerade schwierig gesundheitlich sondern Sie merken an dem Punkt Es geht nicht weiter.

00:05:09: Ich komme leider eigentlich klar oder jemand gibt Ihnen den Hinweis und Sie kommen dann zu uns oder aber tatsächlich dass wir das mitkriegen also natürlich auch Das ist ja das Dritte vielleicht, dass wir wahnsinnig vernetzt arbeiten Also mit den anderen Wohlfahrtsverbänden in Herden Arbeiterwohlfahrt mit dem Jugendamt, mit der Verwaltung Sozialamt.

00:05:28: Aber natürlich auch ob das jetzt Kirchen gemein sind und dass Unternehmen sind also da wirklich auch natürlich sehr vernetzt arbeiten und einfach mitkriegen welche Entwicklungen es gibt und die sind natürlich auch ganz unterschiedlich.

00:05:39: Also wenn wir so eine große Krisendenken wo Menschen als Flüchtlinge nach Härten gekommen sind haben wir plötzlich einen ganz anderen Bedarf.

00:05:46: also ob das der Angriff auf die Ukraine war oder auch aus den Fünfzehn So dann haben wir mit Menschen zu tun, die als Flüchtlinge nach Härten kommen.

00:05:53: Die vielleicht erstmal wirklich sehr viele Basis, materielle Unterstützung brauchen.

00:05:56: Dann haben wir aber auch Situationen, dass uns Lehrerinnen anrufen und sagen ich habe da ein Kind das.

00:06:02: irgendwie ist die Situation schwierig?

00:06:04: Ich hab den Eindruck Zuhause wird sich nicht richtig vielleicht gekümmert oder das muss sehr viel Aufgaben zu Hause übernehmen, die eigentlich Erwachsenen übernehmen sollten so dass wir dann mit unseren Angeboten Hilfen zur Erziehung gemeinsam mit dem Jugendamt eben schauen wie es denn die Situation wirklich Wo kommt das vielleicht her?

00:06:20: Und genau so kriegen wir schon dann auch mit, wo die Situation ist.

00:06:24: Was glaube ich ganz wichtig ist – Sie haben gerade von Projekten gesprochen – Verlässlichkeit und Kontinuität in einer Stadtgesellschaft zu haben.

00:06:33: Viel hat mit Beziehung viel hat mit Vertrauen zu tun.

00:06:39: Manchmal haben wir Situationen schon auf dem Menschen ihr Leben lang Armut oder in schwierigen Verhältnissen leben.

00:06:46: Manchmal ist es aber tatsächlich auch eine Krise.

00:06:48: also ein Unternehmer geht pleite, ein Familienangehöriger stirbt plötzlich kommt ein Kind mit einer Behinderung oder einfach der Verlust des Arbeitsplatzes und dann ist immer so die Frage ja okay wo gibt's denn die Unterstützung?

00:06:59: Und da merken wir einfach wenn das bekannt ist wenn die Sachen da sind auch kontinuierlich dass die Leute auch häufig den Weg zu uns finden.

00:07:06: Aber damit haben sie schon ganz wichtigen Punkt angesprochen.

00:07:08: Wie breit aufgestellt eigentlich das Angebot ist, ne?

00:07:11: Es gibt ja einmal tatsächlich materielle Unterstützung.

00:07:14: Vielleicht können Sie einfach so ein paar Dinge vielleicht nennen die Sie dann und eben auch die Begleitung durchs Leben nenne ich das jetzt mal so leihenhaft.

00:07:22: Die Leute wirklich da abholt wo sie gerade sich befinden.

00:07:24: Ich denke mir... Im zweiten Fall gibt es ja vielleicht auch die eine oder andere Hemmschwelle, also während Angebote wo ich hingehen kann zum Beispiel zur Tafel.

00:07:33: Das ist relativ einfach.

00:07:34: da weiß ich muss einmal nur irgendwie klar machen dass ich wirklich bedürftig bin oder dass ich wenig Geld zur Verfügung habe und dann hab' ich die Möglichkeit da günstig was zu kaufen.

00:07:44: Ich selber kann mich erinnern das ich mal ganz toll Kochkurs gemacht haben weil der Karitas mitgemacht und habe darüber berichtet wo's wirklich darum ging wie kann ich denn meine Familie preiswert und gesund ernähren?

00:07:54: Und das war für ... waren nur Frauen da, war für die jungen Mütter.

00:07:57: Die da waren ein tolles Erlebnis hatte den positiven Effekt das ist auch ein großes Gemeinschaftsgefühl da hervorgehoben hat also... ...die eine Frage klar wie erreichen sie die Leute und was bietet denn die Karitas an?

00:08:09: wo es auch einfach ist mal zu sagen ja das hilft mir jetzt gerade im Moment?

00:08:14: Genau und vielleicht fangen wir einfach immer ein bisschen wenn wir aus dieser materiellen Sicht gucken.

00:08:20: Für uns ist das macht es immer ein bißchen komplizierter häufig nicht so isoliert sondern Armut Bedingten nicht nur zum Beispiel, dass man wenig finanziellen Ressourcen hat oder ein geringes Einkommen hat sondern häufig geht es eben einher das sich verschiedene Herausforderungen verbinden verknüpfen aufeinander treffen wie z.B.

00:08:41: eine gesundheitliche Einschränkung, gesundheitlicher Erkrankung.

00:08:44: Psychische Erkranke kommt dazu oder es gibt wirklich irgendwie einen weiß ich nicht einer andere körperlichen Erkankung so dass irgendwie der Hauptverdiener oder ein Erziehungssteil ausfällt.

00:08:53: Alleinerziehung ist ein riesiges Armutsproblem, Armutsrisiko für die Familien, wo dann eben nur einen Elternteil in der Erziehung und Verantwortung ist was eben häufig aber Frauen auch sind.

00:09:05: Genau!

00:09:05: Dann bildungsferne Migrationshintergrund.

00:09:08: und genau deswegen ist es häufig so dass man nicht so eins isoliert hat das man sagt ja es reicht jetzt gerade oder es hilft allein zu sagen hier gibt's eine materielle Unterstützung Ihr könnt jetzt bei der Tafel z.B.

00:09:19: günstiger einkaufen oder ihr habt die Jobcenter Leistung, den Bezug dort, die Transferleistung dass das ausreichend ist sondern häufig ist wirklich da wo wir von prekären Lebenslangen sprechen eine Kombination da und deswegen auch und das ist glaube ich das Spannende auch wenn man so im Netzwerk in so einem Sozialraum wie Härten arbeitet, dass man wirklich ein bisschen ganzheitlicher drauf gucken kann und mal gucken kann wo sind vielleicht die Ursachen?

00:09:42: welche weitere Unterstützung braucht es dann?

00:09:44: ... vielleicht um die Tafel so ein bisschen jetzt in den Fokus zu nehmen und diese Frage auch der materiellen Unterstützung.

00:09:53: Ganz wichtig ist uns, das muss man auch wirklich benennen bei all der Veränderungen und bei aller Besonderheit, die wir vielleicht auch gerade erleben.

00:10:00: Stichwort Reformen.

00:10:02: Wir haben schon einen guten Sozialstaat also wir haben wahnsinnig gute Sicherungsleistungen Wenn es um Arbeitslosigkeit geht, wenn es um ja vielleicht Aufstockung sein muss im Rentenalter.

00:10:14: Wenn es darum geht nochmal Wohngeld zu bekommen so Bildung und Teilhabe.

00:10:18: also es gibt da ganz wirklich viele staatliche Leistungen die man auch glaube ich bei dieser ganzen Diskussion um Armut einfach nicht vergessen darf ganz den Gegenteil auch benennen muss.

00:10:27: dadurch haben wir eine ganze andere Art von Armut als das jetzt im globalen Süden oder sonst wo kennen.

00:10:32: also das muss man einfach finde ich auch wirklich anerkennen und auch benennen, dass wir das schon mal eine gute Absicherung haben.

00:10:38: Und dann haben wir aber trotzdem eben Situationen die dann vielleicht nicht ausreichend sind oder wo verschiedene Sachen zusammenkommen wie ich das gerade skizziert habe und da macht es natürlich Sinn nochmal speziell drauf zu gucken.

00:10:49: mit der Tafel haben wir den besonderen Fokus ja und auch das Augenmerk.

00:10:54: also einmal geht es wirklich darum Lebensmittel zu retten.

00:10:56: Also Lebensmittel die eigentlich noch gut sind die nutzbar sind die sonst weg geschmissen werden würden was ja ne wahnsinnige Verschwendung ist.

00:11:02: Also auch da diese ganze Thema Produktion, ob das jetzt gerade Wasser, was ja gebraucht wird und zum Beispiel Gurken in dem Prozess zu kriegen.

00:11:08: Dass sie verkauft werden können und gegessen werden können, würden sonst weggeschmissen.

00:11:12: also da sammeln wir die Lebensmittel ein.

00:11:14: Wir haben ein großes Team.

00:11:15: Dreiundsechzig Männer und Frauen, die sich in Härten engagieren für die Tafel und sammeln die Lebensmittel ein, holen sie wirklich bei den Läden ab.

00:11:22: Bringen Sie zu unseren Ausgabestellen in Härten Süd- und Härten Westerholt oder werden sie vorbereitet, aussortiert... ...und bepreist.

00:11:29: Und dann gehen Sie tatsächlich in den Verkauf.

00:11:31: Wir haben dreimal die Woche, haben wir die Ausgabezeiten wo dann die Kunden in Kunden kommen.

00:11:36: Genau pro Monat sind das so zwischen siebenhundert, achthundert Menschen, die sich bei uns versorgen, die wirklich berechtigt sind, die einkaufen kommen.

00:11:45: Und genau neben dem, dass wir Lebensmittel retten und einen ökologischen Beitrag leisten ist es eben natürlich auch ein sozialer Beitrag.

00:11:52: Es ist keine Basisabsicherung und keiner alleine durch die Tafel Unterstützung jetzt leben sondern wenn sie zum Beispiel nicht Bürgergeld bekommen würden oder an anderen Zuschussen eine andere staatliche Leistung Wenn Sie das brauchen, dann können sie nicht überleben.

00:12:08: Also das könnten wir als Tafel nicht sichern.

00:12:09: Gleichzeitig eben dadurch dass man vergünstig einkaufen kann hat man vielleicht finanzielle Ressourcen eine andere Spielräume.

00:12:15: zum Beispiel das Thema jetzt Ausstattung Schulmaterial für Kinder.

00:12:19: also häufig sind es gegen Kinderreichfamilien jeder dritte Kunde ist ein Kind.

00:12:23: wenn man so statistisch betrachtet und genau wir gucken eben auch auf die Haushalte sehen auch die Kinder die Familien die dahinter stehen Und da ist es natürlich eine gute Unterstützung, dass sie einfach vergünstig an Lebensmittel kommen.

00:12:35: Aber das sind natürlich auch immer nur die Sachen, die sonst abgegeben werden und weggewerfen werden.

00:12:40: Wir sind kein Vollsortimentler also wir haben zum Beispiel nicht Pempas in allen Größen da.

00:12:45: Also wenn jemand ein Kleinkind hat und Windeln braucht, nicht Pempas sondern Windeln dann können wir das nicht sicherstellen oder Zahnpasta oder so.

00:12:52: Es gibt eben auch das was es gibt und häufig auch saisonal wo wir natürlich auch versuchen nochmal zu sensibilisieren frisches Gemüse, saisonales Gemüso.

00:12:59: Was kann ich denn damit gerade auch machen?

00:13:01: Also welche Gerichte passen dann dazu?

00:13:03: Häufig ist es eben unbekannt nicht so vertraut, nicht so viel Wissen dazu da wie die Verarbeitung gelingt und manchmal tatsächlich auch wenn wir mit Anfragen konfrontiert aus anderen Kulturen.

00:13:13: habt ihr denn das?

00:13:14: und dass was aber wir einfach nicht haben oder nicht bekommen in der Tafel weil ja es nicht so verfügbar ist oder stark nachgefragt ist sodass wir das in der Tabel gar nicht anbieten können?

00:13:23: und daher hat es einen ökologischen Aspekt natürlichen sozialen Aspekt und das dritte große Thema.

00:13:30: Das zieht ein bisschen darauf ab, was ich einfach so auf die Frage eingeleitet habe nochmal zu sagen es gibt ganz viel Unterstützung Und kennt ihr denn die eigentlich?

00:13:38: Ich glaube, das ist ein großes Problem.

00:13:40: Genau, dass viele Menschen gar nicht wissen wie komme ich denn an die Hilfen?

00:13:42: Genau und deswegen ist es so bisschen niederschwellig.

00:13:45: Das eine ist ja umfangreich oder ganzheitlich das andere ist niederschwällig.

00:13:49: was uns eben immer sehr wichtig ist, dass die Leute in den Laden kommen erstmal vielleicht einkaufen gleichzeitig aber mit unseren Ehrenamtlichen, mit unseren Koordinatoren, mit unserer allgemeinen Sozialberatung wirklich auch in Kontakt kommt und dass man nochmal sagen kann... Habt ihr mal über das Thema nachgedacht, kennt ihr das eigentlich?

00:14:05: Und es fängt schon ganz niederschwellig damit an.

00:14:07: Wir sagen bei uns sind die Menschen berechtigt einzukaufen, die den Herden passen haben.

00:14:12: also sie können natürlich auch einen Bescheid vom Jobcenter oder vom Hand mitbringen.

00:14:17: Den kriegt man aber nicht automatisch.

00:14:18: Die kriegen wir nicht automatischer, die müssen sie haben und den Herdenpass müssen Sie beantragen auch?

00:14:22: Aber der bringt zum Beispiel auf viele andere Vergünstigungen damit... Da kann man ganz kurz erklären was das ist für alle, die ... Genau!

00:14:27: Also der HerdenPass sind eben Menschen, die berechtigt sind also häufig mit geringen Einkommen, kinderreiche Familien

00:14:32: z.B.,

00:14:33: die kriegen ihren Herden Pass und er kriegen damit auch andere Vergünstigungen, aber es gibt immer noch ganz viel Informationssachen, was man machen kann in der Freizeit Bücherei usw.

00:14:41: Und da sagen wir schon der erste Schritt dass wir nicht nur sagen, ihr dürft bei uns einkaufen sondern besorgt euch den Härtenpass.

00:14:48: Dann lernt ihr einfach auch kennen welche zusätzlichen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.

00:14:51: und auf der anderen Seite eben auch das wir sagen können gekommen mit dem Menschen in Kontakt sie können erstmal einfach unverfangen.

00:14:59: ob ist Scham muss ich weiß ich nicht.

00:15:01: häufig natürlich nicht.

00:15:02: Es ist erst mal ein Schritt auch in die Tafel zu gehen aber dann auch wirklich dass wir ins Gespräch kommen die Familien die Kunden Die Einzelperson, auch viele Ältere einfach besser kennen dann nochmal mit ins Gespräch und können.

00:15:13: Na ja was braucht ihr denn vielleicht eigentlich?

00:15:15: oder darüber hinaus?

00:15:16: Oder was dazu der Situation geführt dass ihr jetzt Einkauf von Neisen immer so ein bisschen für uns auch im besten Fall eine gewisse Entwicklung zu schaffen also nicht die Situation zu manifestieren, dort als Lückenfüller oder Lückenbüßer zu fungieren.

00:15:32: Sondern wirklich auch nochmal zur Gucken so hey wie ist denn die komplexere Situation?

00:15:36: und genau was kann euch dann noch helfen?

00:15:37: Und dann zum Beispiel verweisen auf das Haus der Kultur mit der Migrationsberatung und Flüchtlingsberatungen, auf die Schuldner Beratung.

00:15:44: einfach nochmal zur gucken.

00:15:45: vielleicht müsst ihr nochmal anders auf das Wirtschaften gucken, auf euer Kreditsituation, auf gewisse Verträge, die ihr vielleicht habt.

00:15:52: Genau, bis hin zu der Frage steht vielleicht den Insolvenzverfahren an.

00:15:55: Aber auch zur allgemeinen Sozialberatung nochmal zu gucken so wie sie es denn baue ich aus.

00:15:59: oder ist Hilfen zur Erziehung ein großes Thema mit dem Familienbrunnen?

00:16:03: Deswegen ist für uns die Tafel und auch das Kinderland dann im gleichen Atemzug eben eine grundsätzlich wichtige Anlaufstelle.

00:16:10: warum wir das jetzt so vielen Jahren tatsächlich auch in Herden machen.

00:16:12: also weit über zwanzig Jahre haben wir diese Angebote und entwickeln uns da quasi immer ein Stück weiter was dann nötig.

00:16:21: Vielleicht darf ich, vielleicht kann man noch einmal drauf gucken.

00:16:25: Wir berichten gerade in diesem Jahr finde auch überregional besonders häufig darüber das Familien unter so eine Armutsgrenze rutschen und ich weiß gar nicht mehr an Armutsgrenze sagen können.

00:16:34: Ich sage mal so dass sich viele Familien Dinge nicht mehr leisten können die selbstverständlich waren.

00:16:38: also wir machen keinen Urlaub mehr noch nicht.

00:16:40: meine Woche fahren wir irgendwie bis in den Niederlande an die See.

00:16:43: Wir gönnen uns keine Kinobesuche mehr Wir lassen viele Freizeitaktivitäten weg und heute habe ich gerade ganz frisch gelesen, dass für viele berufstätige Menschen es nicht mehr darstellbar ist ein gebrauchtes Auto zu kaufen.

00:16:57: Also so klassisch wenn man in meinem Alter ist wird man ja dann.

00:17:00: früher hat man sich ein neues Auto auf Kredit gekauft oder mit finanziert und so einen Gebrauchtwagen hat man gedacht.

00:17:05: okay denn... Das spare ich für, das krieg' ich irgendwie hin.

00:17:08: Dass das nicht mehr funktioniert?

00:17:09: Haben Sie den Eindruck dass Amut zunimmt?

00:17:12: Es gibt so etwas ältere Statistiken.

00:17:14: wenn man die alle zusammenzählt, kleme man darauf, dass in Härten jeder fünfte Mensch in Armut lebt.

00:17:19: Haben sie das Gefühl, das nimmt zu?

00:17:20: Die Nachfrage steigt?

00:17:23: Was Sie gerade gesagt haben, die Probleme manifestieren sich oder können Sie das nicht so feststellen?

00:17:28: Genau, dann können wir diese erste Frage ankoppeln.

00:17:30: Wie wird das denn eigentlich betrachten?

00:17:32: Und natürlich gibt es auch wahnsinnig viele positive Entwicklungen, also zum Beispiel so im Sinne des Einkommens, den verbindlichen Lohn... Mindestlohn!

00:17:44: Dankeschön!

00:17:44: Bitte!

00:17:45: Das sind natürlich Sachen die ja auch kontinuierlich angepasst werden.

00:17:48: Auch im Zuge des Angriffs auf die Ukraine wurden die Sätze ... für Nebenkosten, Energiekosten eben auch mit angepasst.

00:17:57: Also da gibt es natürlich schon eine Entwicklung die auch mal Menschen... ...die vielleicht jetzt mit geringeren finanziellen Mitteln auskommen müssen... ...eben auch stärken.

00:18:06: also das bleibt dann nicht stehen.

00:18:08: Das finde ich erstmal sehr positiv.

00:18:10: und gleichzeitig stellt sich für mich so ein bisschen das Bild dar dass wir... Und das ist dann eben auch nicht nur diese vielleicht unter dieser Armutsgrenze... ...also unter sechzig Prozent von der Definition rutschen sondern auch leichter drüber sind ... wo einfach die Schwierigkeit ist, dass... ... das so ein kontinuierliches Thema wird.

00:18:31: Also wie so ein permanenter Kampf eine ständig belastende Situation,... ... dass es einfach immer sehr knapp ist.

00:18:38: und das stellt sich zum einen da ja... ... wo ich Bürgergeld empfange weil einfach gewisse Leistungen nicht mit drin sind.

00:18:43: also auf der einen Seite gut was wir's haben, weil es einfach erstmal wirklich ne... ... unsätzliche sichere Absicherung isst.

00:18:50: Auf der anderen Seite eben z.B.

00:18:51: sowas wie ein Auto Der Unterhalt ist dort nicht mit drin und wenn man vielleicht ein Auto hat, weil man es vorher schon hatte oder gespart hat.

00:18:57: Ja dann kommt aber eine Reparatur wissen wir wie teuer Reparaturen sind von Autos Und dann fehlen plötzlich da tausend Euro im Budget.

00:19:05: Aber man kann das auch eben auf einer anderen Richtung betrachten.

00:19:07: Ein Schulung So natürlich gibt es Beiträge die darin vorgesehen sind.

00:19:13: aber Wenn wir gucken und dass es gar kein Laming Das ist ja auch ne Entwicklung Dass es ergonomische Tornister gibt das ist gut für den Rücken So dann wissen wir aber auch was die kosten.

00:19:23: so und dann werden gewisse Farbkästen, Stifte heftieren usw.

00:19:27: Und die kann man sich auch nicht immer dort in den vielleicht Läden kaufen wo es ein Stück günstiger ist also stichwort Discounter sondern das sind dann eben Materialien die einfach sehr hochwertig sind.

00:19:36: Das ist ja eine Grundschule sind weiter für eine Schule so und da sind so Sachen und dann kommen Familien einfach sehr schnell.

00:19:43: In Konflikte und Situationen wo sie das aus dem Budget was Sie haben nicht stemmen können.

00:19:47: also gibt Ressourcen es gibt Vermögens gibt vielleicht auch Einkommen Aber häufig ist es dann doch belastet und wenn wir Auto Reparatur, die Waschmaschine geht kaputt Urlaub.

00:19:57: Lebensmittel also sind eben auch Sachen die ja dann auch kontinuierlich teurer werden das wissen wir.

00:20:03: Und eben dann schwierig manchmal ist zu sagen Das können wir uns leisten darauf können wir ansparen weil in diesem Permanenten Kampf dieser permanenten Situation mit den finanziellen Ressourcen häufig einfach der Monat das Zeitfenster ist.

00:20:17: Wir haben in der Schuldnerberatung so ein Schild hängen.

00:20:21: Am Ende des Geldes ist es noch so viel Monat übrig und das ist einfach dann häufig die Realität.

00:20:26: und dann genau führt es dazu, dass man nicht sparen kann, dass mal nicht die Chance hat eine Woche in den Urlaub zu fahren, dass zum Beispiel kein Auto weder auf Raten noch gebraucht neu kaufen kann.

00:20:36: Und das ist ne Wahrnehmung... Ich kann das jetzt nicht sagen ehrlicherweise wie das vielleicht vor zwanzig dreißig Jahren waren weil ich glaube das sind sehr spezifische Betrachtungen die aber einfach so ist, dass wir einfach prekäre Einkommenssituationen haben und trotz Mindestlohn eben auch immer wieder Menschen haben, die dann in befristeten Arbeitsverhältnissen sind.

00:20:54: Die dann doch relativ gering verdienen für viel Arbeit, die sie machen.

00:20:58: Das Frauen, aber auch natürlich Männer alleinerziehende häufig sich sehr engagieren abstrampeln versuchen das zu gestalten, alles auf die Kette zu kriegen gut hintereinander zu bekommen und es ist ja nicht nur das Monitäre sondern auch zum Beispiel die Erziehung den Alltag zu gestalten.

00:21:13: Und dann aber wirklich auch die Situation haben dass es sehr herausfordernd ist und sehr anstrengend ist und eben so ein permanentes und dann einfach dazu führt dass es eine Erschöpfung gibt, dass manchmal auch losgelassen wird, dass vielleicht an gewissen Stellen diese Verantwortung nicht mehr so umfangreich getragen werden kann was dann häufig sich sehr stark auswirkt wenn dann noch etwas dazukommt Also eine Erkrankung, das kann ja auch bei Kindern sein und die dann plötzlich krank werden oder eine besondere Ausgabe Investitionen, die dazu kommt.

00:21:41: Oder die Miete wird erhöht so.

00:21:42: Und dann ist es ebenso dass es häufig nicht mehr möglich ist.

00:21:46: Ich glaube, das ist das was wir heute sehr stark in unseren Kontexten wahrnehmen mit den Menschen, mit denen wir arbeiten.

00:21:52: Das ist jetzt sehr stark auf Familien bezogen Und bei älteren sehen wir einfach, also wirklich auch Rentnerinnen und Rentnern.

00:21:58: Ja sie bekommen Rente!

00:21:59: Sie haben aber auch gearbeitet ihr Leben über dann stirbt vielleicht einen Partner, also verwittwürttelte Person... ...und es reicht nicht.

00:22:09: Dann haben wir vielleicht sogar ein Häuschen oder eine Eigentumswohnung mit großem Sanierungsstau Ölheizung.

00:22:15: Also Öl ist gigantisch explodiert in den letzten Jahren.

00:22:18: die Preise dafür was vielleicht früher mal ... ökologisch ganz zu schweigen, aber vielleicht erst mal ein günstiges ... ... Möglichkeit war zu halten, reicht dann jetzt nicht mehr und man ist in dieser Situation.

00:22:27: Also die Realität das System, die Lebenswirklichkeit drum herum verändert sich natürlich.

00:22:34: Und genau da gibt es in den Familien bei den Menschen nicht die Chance da jetzt so adäquat draufzureagieren weil eben wenig Spielraum, wenig finanzielle Ressourcen oder vielleicht auch manchmal... ...dann die Resilienz nicht mehr so hoch ist um darauf zu reagieren.

00:22:48: und das führt zu diesen Ja Situationen wo wir dann entweder eine verdeckte Armut haben, weil sie sagen das müssen irgendwie aushalten.

00:22:55: Dann bleibe ich halt in der Wohnung in dieser Situation.

00:22:59: Weil natürlich auch eine Wohnung suche und Veränderung Umzug eine wahnsinnige Hürde darstellen kann.

00:23:04: also erstmal was zu finden aber natürlich noch finanziell körperlich Das zu stemmen und auf der anderen Seite eben doch dieser ja auch diese Anspruch da ist.

00:23:11: Ich muss das ja irgendwie schaffen Und genau ich kann mir keine Hilfe holen und dadurch haben wir immer viele dass es so etwas was ich vorhin sagte dass wir eigentlich gute Unterstützungsmöglichkeit haben, aber weil ich entweder nicht weiß zu stolz bin mich nicht trau diese Anträge zu stellen manchmal natürlich auch vielleicht sprachlich oder von meinem Bildungsgrad gar nicht schaffe.

00:23:30: Oder schon denkst du da kommt wieder was wo ich mich jetzt um kümmern muss sich ich schaff das nicht möchte das gerade nicht.

00:23:36: dann gehe ich natürlich auch die Dynamisierung in den Kosten setzen nicht mit.

00:23:40: Was ich gerade sagte, es gab natürlich im Zuge in den letzten fünf Jahren die Sätze angepasst.

00:23:49: Die Zuschüsse für Miete und Heizung ist höher, das ist auch gut.

00:23:53: Wenn ich sie nicht habe oder nicht bekomme und ein geringes Einkommen hab dann wird diese Diskrepanz immer größer.

00:23:58: Das ist ein großes Thema wo wir versuchen darauf hinzuwirken zu ermutigen wirklich auf Wege zu suchen.

00:24:05: aber häufig ist es erst mal von dieser verdeckten Armut die Scham, die Unsicherheit.

00:24:10: Die Hürden dann doch so hoch sind und wie auch ehrlicherweise nicht immer oder auf frühzeitig genug mit den Menschen in Kontakt kommen.

00:24:18: sowohl wir vor Ort sind natürlich auch immer gucken wo sind vielleicht Situationen?

00:24:24: Quartiere vielleicht gewisse Milieus wo das vielleicht eher sein könnte auch zu informieren ins Gespräch zu kommen.

00:24:30: aber auch das gelingt uns nicht immer so dass einfach manchmal wirklich schon eigentlich die Situation zu verfahren ist als es sie sein müsste.

00:24:39: Sie haben ja gerade schon Kinder angesprochen, Bildungschancen etc.

00:24:46: Man liest ja immer wieder das Armut vor allem auch vererbt wird also dass man da jetzt nicht als Erwachsener irgendwann rein kommt sondern wirklich da reingeboren wird.

00:24:56: welche Chancen haben denn Kinder und Jugendliche die so eine Situation hinein geboren werden?

00:25:01: Wie kann man das verbessern wie kann man da unterstützen?

00:25:07: Also erstmal ist es schon eine Situation, die wir durchaus auch aus unserer Praxis teilen können.

00:25:12: Dass eben das häufig nicht gelingt, substanziell oder wirklich jetzt in dem großen Maße diese Situation also von null auf hundert zu verbessern.

00:25:22: Sondern wenn ich ja in einer bräkeren Lebenslage bin selber vielleicht als Erwachserein gekommen mit meinen Kindern dort sind dann ... ist es häufig schwierig und eine große Anstrengung überhaupt den Alltag zu schaffen unter den Rahmenbedingungen, aber vor allen Dingen dann auch nur grundsätzliche Verbesserung zu schaffen.

00:25:38: Das ist schon so.

00:25:39: Von daher sind wir natürlich da sehr gewillt und treten noch dafür an, eine Unterstützung zu bieten, eine Begleitung zu bieden die Hilfemöglichkeiten, die da sind wirklich auch zu nutzen.

00:25:49: Und speziell jetzt auf Kinder- und Jugendliche.

00:25:51: also ganz wichtig wenn ich ein großer Verfecht davon ist wirklich die Institution wie wir haben, also ähnlich wie wir einen guten Sozialstaat haben Haben wir ein tolles System, was Kindergärten umfasst.

00:26:01: Was die Schulen umfassen der offene Ganztag so also da gibt es wirklich viele Möglichkeiten auch um Kinder zu befähigen.

00:26:08: klar man kann überall immer gucken was jetzt die Ausstattung und so weiter anders und besser sein könnte.

00:26:13: aber ganz grundsätzlich ist haben wir das schon erstmal ein gutes System und wenn Kinder erschaffen dort ankommen dann ist es auch eine große Chance also sei es jetzt Sprache zu lernen ... als soziale Interaktion zu lernen, Teilhabe... ...zu erfahren, positive Bestätigung zu bekommen.

00:26:30: Also das ist schon ein großes Fund was glaube ich sehr wichtig ist.

00:26:34: und da auch zu gucken es gibt ja keine verpflichtenden Kindergartenjahre aber wirklich auch zu sagen so ne es ist schon sinnvoll wenn die Kinder dann drei sind dass sie auch in den Kindergärten gehen.

00:26:44: man sieht natürlich eine gesundheitliche Entwicklung.

00:26:46: Ernährung ist ein großes Thema Und nicht weil die Eltern das Zuhause nicht können oder nicht machen, oder nicht wollen.

00:26:52: Es ist aber eine wahnsinnige Unterstützung und die haben wir.

00:26:54: Die ist ja etabliert, die kostet keinen Cent mehr sondern es ist alles da.

00:26:57: deswegen bin ich immer ein großer Fan davon aus zu nutzen genauso auf wie Schule.

00:27:00: Wir haben Schulsozialarbeit, die Lehrer sind wahnsinnig engagiert.

00:27:04: Es gibt Sport, es gibt gesundes Essen, es gibte Wissen und von daher ist das schon ne große Chance.

00:27:10: und das ist glaube ich für mich erstmal auch das wichtigste und auch nochmal wirklich bei all... ... den Projekten-Aktivitäten auch zu gucken, dass wir nicht so viel drum herum machen.

00:27:18: Sondern wirklich auch dafür sorgen und Verantwortung tragen als Gesellschaft statt vor Ort... ...als Akteure die dort handeln, sich auch zu schauen das sie gut ausgestattet sind.

00:27:27: Also wenn die Menschen ja dann Kinder haben auch Eltern also wenn die Familien dann dort sind.

00:27:32: Wirklich auch ja das nutzen können.

00:27:34: Das finde ich erstmal einen ganz wichtigen Punkt weil das führt einfach dazu mit allen positiven Effekten,... ...dass Kinder sich gut entwickeln können.

00:27:43: Und dann ist es aber, wenn wir so gucken na ja warum ist das denn manchmal so schwierig für die Kinder?

00:27:47: und dann ist also dieses andere was man manchmal wirklich auch hört.

00:27:50: Aber was wir auch aus der Erfahrung wissen dass Kinder aber diejenigen sind die morgens die einzigen sind die aufstehen.

00:27:56: So das kann natürlich vielfältige Gründe haben warum das so ist.

00:27:58: das kann die Erkrankung sein das kann überforderungen sein.

00:28:01: Das kann auch Nachtschicht sein.

00:28:02: also deswegen muss man immer vorsichtig sein oder sensibel sein wirklich ein bisschen tiefer reingucken warum das da ist.

00:28:08: Aber was sich da für uns immer so mit darstellt und was ich eben auch ganz stark sehe, dass Kinder wirklich Kinder sein können.

00:28:13: Dass Kinder nicht Verantwortung übernehmen, Aufgaben übernehmen die eigentlich die Erwachsenenregeln müssten, sondern dass sie die Chance haben auch wirklich Kind zu sein.

00:28:21: Und das haben wir natürlich in Kontext von Schule häufig wenn er sprachliche Barrieren sind oder so.

00:28:26: Das Kinder dann dollmetschen müssen, dass sie dafür sorgen müssen ist die Geschwisterkinder, die älteren vielleicht dann auch mit in die Schule kommen, dass Sie gutes Material haben aber auch zum Beispiel... Also wir haben ein Angebot, die Octopus-Gruppe für Kinder von suchtum psychisch erkrankten Eltern.

00:28:43: Wir wissen auch da, dass die Gefährdung von den Kindern vielfaches höher ist als wenn Kinder nicht in den Elternhäusern groß wären, wenn die Eltern keine Erkrankungen haben, Suchte oder psychische Erkankungen und da wirklich präventiv anzufangen um sie noch mal besonders zu stärken und auch zu schützen so dass sie wirklich, ja ich sag das mal ein bisschen einfach Kind sein können sich um kindliche Themen kümmern können heranwachsen können die Chancen, die Kindergarten und Schule auch bieten wirklich genießen können mitgehen können sich dort gut entwickeln können.

00:29:12: Und ich glaube dafür ist es wichtig immer auf das Umfeld zu achten und deswegen setzen wir da an vielen Stellen an so dass es wirklich gut funktioniert der Schule unterstützt begleitet wird dass die Kinder dort sich gut entwickeln können.

00:29:24: Ich glaube Bildung ist ein ganz wichtiger Fakt dort tatsächlich und deswegen ist es so wichtig dranbleiben und dass wir auch dafür sorgen, dass jetzt gerade auch Kinder und Jugendliche vielleicht aus präkären Lebenslagen die Familien drin stecken.

00:29:36: Auch diesen Weg finden diese Unterstützung erfahren und dann gibt es darüber hinaus noch Möglichkeiten.

00:29:41: sind wir so ein bisschen in diesem Dilemmata was wir mit der Tafel haben?

00:29:44: also eigentlich müsste das System so gut ausgestattet sein, dass es alle Kinder dann auch wirklich gut mitnehmen kann.

00:29:49: Gerade im Schulbereich sehen wir, dass so Einschulung ein großes Thema ist.

00:29:54: Und genau, es gibt einfach die benötigten Materialien, die auch die Lehrerinnen und Lehrer natürlich auch richtigerweise sagen.

00:30:00: Das ist einfach gut wenn sie ergonomisch geformte Stifte haben weil das ermüdet nicht so schnell und mit den Wasserfarben kann man vielleicht einfach dann auch einen Verlauf besser darstellen als mit anderen So.

00:30:11: Also es geht um Qualität der Ausstattung und da sind wir zum Beispiel mit dem Kindervon, der Hermann Schäfer Stiftung sehr stark aktiv seit vielen vielen Jahren schon.

00:30:19: Dass wir wirklich uns die Listen der Lehrerinnen und Lehrer der Schulen geben lassen und gucken was brauchen sie denn eigentlich?

00:30:25: Und genau diese Materialien einkaufen und dann günstig den Familien zur Verfügung stellen so dass sie nicht irgendwo losziehen und günstigen Alternative kaufen die aber nicht so qualitativ ist, die aber auch alle anderen Kindern nicht haben.

00:30:37: Also das Thema Stickmatisierung.

00:30:39: Sondern dass sie wirklich dann die gleichen Materialien bekommen haben, aber dadurch, dass sie bei uns einkaufen können im Kinderland berechtigt sind wissen wir ja auch, dass ein Bedarf da ist oder eine Bedürftigkeit da ist und dass wir dann wirklich sagen ihr könnt hier diese Sachen kostengünstig subventioniert erwärmen, aber es sind genau die Sachen, die ihr braucht für die erste Klasse.

00:30:56: Sind denn da die Bedarfe auch gestiegen in jüngerer Vergangenheit?

00:30:59: Haben Sie mehr Familien mit ihren Kindern kommen?

00:31:03: Wir brauchen ihre Unterstützung bei der Erstausstattung.

00:31:05: Also es gibt eine hohe Kontinuität, also das lebe ich in Herden einfach die ganze Zeit.

00:31:11: Es baut nicht wahnsinnig ab aber ist jetzt auch nicht dass es wahnsinnigt explodiert.

00:31:15: Zumindest was wir an den Kundenzahlen merken.

00:31:18: Klar zweitausend dann ist zweiundzwanzig.

00:31:22: Nach dem Angriff auf die Ukraine sind viele Menschen als Flüchtlinge gekommen und waren plötzlich in großer Bedarf.

00:31:27: Aber in der Regelmäßigkeit über das Jahr gesehen gibt es eine große Behaarlichkeit und das ist nicht so, dass es explodiert.

00:31:37: Also das können wir jetzt auch nicht beziffern.

00:31:40: aber ich glaube wenn mir immer so diese oder ich weiß auch wenn wir diese Zahl nehmen was gerade aktuell ja wieder war NRW jedes fünfte Kind also Härten und dieses zweite große Thema von Armut wie sich vielleicht auch entwickelt hat.

00:31:51: Das Ruhrgebiet, gerade das nördliche Ruhr Gebiet wird ja mittlerweile seit einigen Jahren schon als Armuts Region Nummer eins bezeichnet.

00:31:59: Ja, es ist gut, dass wir auf Gesamtdeutschland gucken.

00:32:01: Auf alle Regionen gucken.

00:32:03: Es ist auch wichtig, dass diese Region nördliches Ruhrgebiet nicht aus dem Blick verlieren und wirklich schauen, welche strukturellen Schwierigkeiten haben wir denn hier vor Ort?

00:32:13: Und deswegen ist das für uns jetzt keine Explosion oder mehr Dynamik, die da drinsteckt im wahnsinnigen Maße, sondern ist einfach auf einem hohen Niveau.

00:32:23: Ich glaube, dass bei uns mehr Kinder von Armut gefährdet sind als jedes Fünf dort tatsächlich.

00:32:27: Wir hatten mal auch so Schätzungen, die gingen für den Kreis Recklinghaus in einigen Städten von jedem dritten Kind aus.

00:32:34: Ich glaube da kommen wir der Sache auch schon bisschen näher.

00:32:36: Genau, wir kriegen das statistisch nicht gefasst zu richtig aber wenn man sich alleine die arbeitslosen Quote anguckt und vor allem die der Langzeitarbeitslose trifft ja dann oft Familien, dass es dann nicht weitergeht.

00:32:48: Auch ein großes Thema diese Sockel Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit die einfach da ist natürlich auch wahnsinnig schwer zu verändern ist.

00:32:56: Klar, durch Qualifizierung und Arbeitsmarktqualitäts- und Persönlichkeitsentwicklung was wir auch an vielen Stellen versuchen im großen Netzwerk aber es ist eben auch dann so ein bisschen.

00:33:05: natürlich jetzt je nach politischen Wille dann auch immer die Frage genau wie stark wird das gefördert?

00:33:10: Und wie viel Investition gibt es denn noch in dem Bereich?

00:33:13: Es ist natürlich ein großes Thema was wir wirklich auch hier in der Region haben.

00:33:16: Und im Moment auch die Frage wo sind die Betriebe die noch einstellen?

00:33:19: werden alle gerade ein bisschen vorsichtiger weil man merkt der Konsum geht zurück Die Umsätze sind nicht mehr so da.

00:33:25: Mich würde noch eine Sache interessieren, wir haben jetzt sehr schön dargestellt wie man in Kontakt mit Familien kommt dass der Schule und Kindergarten gute Basis bieten um wirklich auch zu sehen welche Familie braucht was.

00:33:37: aber es gibt ja auch das haben sie gerade schon angesprochen mit verwitteten Menschen viele ältere Leute.

00:33:43: Wir haben letztes Jahr mal ein Bericht zum Beispiel, dass die ihre Wohnung nicht mehr heizen oder erst wirklich wenn es gar nicht anders geht.

00:33:49: Weil sie sich die Heizkosten nicht mehr leisten können und eben vielleicht aber auch weil Sie nicht wissen, dass man einen Zuschuss dafür bekommen kann.

00:33:56: Wie kommen Sie denn da an die Menschen?

00:33:59: Oder wie wird Ihnen da der Kontakt etwas erleichtert?

00:34:03: Ich denke mir, da gibt's wahrscheinlich viel verdeckte Armut, oder?

00:34:06: Genau also das ist tatsächlich, dass es dort deutlich größer umfangreicher ist Bei den anderen, also jetzt bei Familien.

00:34:14: Also spätestens in der Schule.

00:34:16: Ich glaube heute war die Meldung noch mal über Acht-Ahm-Meldungen dort wo Verwahrlosung oder Vernachlässigung wirklich auch stattfindet in Familien da sind ja mittlerweile sehr stark auch sämtliche Institutionen nicht nur sensibilisiert sondern auch verpflichtet Kindergärten und Schulen Sportvereine, also alle sind ja mit in die Verantwortung wirklich genommen worden dort auch zu gucken zu melden.

00:34:36: Das heißt da haben wir natürlich nochmal ein anderes System anderen Blick drauf.

00:34:40: das ist bei älteren Stück weit wirklich schwieriger.

00:34:43: und genau es gibt natürlich verschiedenste Angebote Die wir nicht nur wie als Caritas sondern wirklich diesem im Stadtgebiet gibt.

00:34:53: Also von jetzt der Seniorenbeirat es gibt verschiedene Seniorenclubs Es gibt Gruppen in den Kirchengemeinen vom Sportverein von Parteien.

00:35:01: schon wahnsinnig, wenn man sich auf den Weg macht und da reinguckt dann findet man ganz viel.

00:35:06: häufig ist es aber so ein bisschen dass die Leute ja vielleicht auch früher gut vernetzt waren oder im jungen Alter noch vernetzt war.

00:35:13: Oder vielleicht auch über dem Partner die Partnerin vernetzt werden und sich dabei mehr zurückziehen.

00:35:17: das geht natürlich dann nochmal ein bisschen bei den Hochaltremmieren in der Sicht von den fünfzigundsechzigjährigen oder seltener weniger sondern wirklich dann so im Rentenalter siebzig und plus wenn vielleicht auch gewisse körperliche gesundheitliche Einschränkungen mit dazukommen.

00:35:30: Und dann ist natürlich schon so dieses Thema Mobilität und wirklich sich auf den Weg machen wird schwieriger.

00:35:37: Und genau das ist für uns schon auch eine große Herausforderung, eine große große Hürde weil wir natürlich irgendwie mitnichten die Kapazitäten haben und ja gar nicht die Infrastruktur.

00:35:48: Manchmal ist es auch gar nicht gewollt dass wir jetzt durch die Straßen ziehen und klingeln.

00:35:54: also da ist es wirklich und auch genau von den Medien eine Zeitung abonniert haben oder sich jetzt lokal irgendwie groß informieren können, sondern wirklich soll manche auch dann ja vereinsamen und dann nicht so diese Informationen haben.

00:36:08: Also ich glaube ganz wichtig ist immer es gibt die Wohlfahrtsverbände, die sind vor Ort also viele kennen sie dann doch irgendwie.

00:36:16: manchmal haben Sie aber auch vertrauen dann dass sie irgendwie den Fahrer oder so ansprechen und dann die Empfehlung kommt.

00:36:22: Manchmal ist es aber auch so genau das dann Ärzte oder der Pflegedienstein vielleicht doch ist und das wird dann noch mal aufmerksam werden, aber häufig brauchen wir schon diese Multiplikatoren.

00:36:33: Oder was natürlich schon auch hilft dass wir einfach in Quartier denken und da haben wir jetzt keinen flächendeckendes Konzept, dass wir in allen Stadtteilen, in allen Quartieren kann man ja nicht sagen Disteln ist ein Quartiere.

00:36:44: Das ist ein Stadtteil, aber Indisteln gibt es ganz verschiedene Quartiere.

00:36:48: also wenn ich Richtung Reitkamp unten geh auf Büchnerstraße bin, ist das ganz anders als wenn ich irgendwie oben weiß ich nicht rund um den Kirchenplatz irgendwie lebe.

00:36:56: Da haben wir verschiedene Milieus und verschiedene Quartiere.

00:36:59: Und gleichzeitig ist natürlich schon auch immer wichtig zu gucken.

00:37:02: Gibt es Akteure in den Quartieren?

00:37:03: Und die gibt es häufig.

00:37:04: ja ob das manchmal nur der Hausmeister ist?

00:37:07: Ja manchmal ist es aber auch der Kiosk so und genau dass da einfach dann auch einen Kontakt ein Bewusstsein nähe gibt Aber es ist nicht so systematisch und auch nicht so erfolgreich, dann leider wie wir das vielleicht bei Kindern haben oder im besten Fall haben sollten.

00:37:20: Von daher ist das wirklich eine große Anstrengung, eine große Hürde und häufig gelingt das aber durch Aktivitäten, durch Angebote die man wirklich in den Quartieren anbietet.

00:37:31: Und das kann manchmal sein also Härten putzt sich raus einfach in dem Quartiermüll gesammelt wird da ist seine Truppe unterwegs ob jetzt Kinder oder Erwachsene sind und vielleicht dass sich Leute angesprochen fühlen oder vom Balkon wegen dass man in Kontakt kommt.

00:37:42: Manchmal ist es aber auch, wir haben das zum Beispiel an der Hospitalstraße ein Sportangebot da haben wir mittlerweile sich Anmeldung für so also dass die Leute dann wirklich auch sowas annehmen aber... Also gibt's ja ganz viele, ne?

00:37:53: Also Angebote sind jetzt nicht die Karriers exklusiv, ganz im Gegenteil.

00:37:56: Da gibt es wirklich vielfältige Initiativen und Akteure und da ist eben auch wichtig, dass es so eine Kontinuität gibt.

00:38:02: Und ganz viele muss man sagen wenn wir so die Tafeln, die finden den Weg in die Tafe nicht Also die kommen dann nicht in diese Einrichtungen, Institutionen.

00:38:11: Sondern heizen eher die Wohnungen nicht, sparen sich das vom Mund ein Stück weit ab und da haben wir eine Sensibilität für.

00:38:20: Aber dadurch dass es dann wirklich auch so bisschen verdeckt und hinter den Türen stattfindet... Auch mit viel Scham wahrscheinlich behaftet?

00:38:26: Genau!

00:38:27: Das ist ne große Anstrengung, die wir da auch haben.

00:38:30: Wir haben gute Möglichkeiten aber da ist der Kontakt um die Aufnahme kennenlernen oder die Beziehung stückweit schwieriger.

00:38:39: Und das ist ja auch nichts, was die Caritas allein stemmen könnte?

00:38:41: Da haben Sie ja gerade schon angesprochen dass man in den Quartieren auch Kontakte braucht.

00:38:45: Genau und da merkt man so ein bisschen natürlich, dass es da also dieses Thema Nachbarschaft oder Freundschaften, das ist dann natürlich auch im Alter schwieriger wenn man sie selber nicht so pflegen kann.

00:38:56: Auch Familie ist dann nicht immer da weil es entweder keine gibt Manchmal nicht immer so intakt oder halt gut die Beziehung ist.

00:39:03: Oder die Kinder wohnen in München?

00:39:04: Genau, da wohn einfach woanders sodass dann schon auch eine gute Einsamkeit einfach ist.

00:39:09: und dann ist es natürlich auch dann was vielleicht im jüngeren Alter über Beruf.

00:39:13: also deswegen ist ja auch dieses Thema Arbeit schon wichtige Funktionen unserer Gesellschaft einfach auch für die Kontakte für das Miteinander-Sport für eine Freizeitgestaltung.

00:39:22: Das fällt natürlich alles als Möglichkeiten weg.

00:39:25: Und genau da ist es da.

00:39:27: und ich glaube da ist schon noch mal ein Punkt Vielleicht auch noch mal wichtig generell, wenn wir jetzt das Thema Armut sprechen.

00:39:33: Wir reden also selbstverständlich über die Tafel übers Kinderland und den Kindern von der Hermann Schäfer Stiftung.

00:39:38: Das ist vielleicht nochmal ein guter Fokus an dieser Stelle.

00:39:41: Also wirklich auch eine gewisse Aufmerksamkeit als Stadtgesellschaft zu haben.

00:39:43: Also auch noch einmal zu gucken so naja wo ist denn jetzt?

00:39:46: ne?

00:39:46: Frau XY, Herr XY die doch immer irgendwie da war ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen zum Beispiel oder sonst hat er doch den Müll rausgebracht habe ich irgendwie schon lange nicht mehr gesehen, vielleicht auch mal anzuklopfen oder mal zu fragen.

00:39:58: Also ich glaube man kann nicht alles organisieren und institutionalisieren was ich bei den Kindern Jugendlichen gerade gesagt habe sondern genau wirklich auch da nochmal so ein Miteinander zu brauchen.

00:40:08: das ist ja etwas wo wir uns nicht alleine auf Sozialstaatinstitutionen verlassen können aber wo ich auch noch einmal finde Es hat dann auch etwas mit einer Wertigkeit zu tun und das finde ich bei der Tafel so stark, wenn sich so viele Menschen dort engagieren.

00:40:22: Mit dem Kinderland zusammen sind es ja noch weit über sechzig, also dann reden wir von achtzig neunzig Menschen die dort aktiv sind.

00:40:28: und in einer Verbindlichkeit.

00:40:31: Also jede Woche mindestens und meistens einen ganzen Tag in der Woche dort aktiv zu sein um dieses Angebot zu stemmen können wir... ... kommerziell, also wenn wir das refinanzieren müssen mit Hauptamtlichkeit wäre das undenkbar.

00:40:44: Und gleichzeitig aber zu sagen ist es uns wichtig dass für so ein Angebot in der Stadt haben... ...dass wir das aufrechterhalten und genauso auch mit dem Kinderfunk das Geld für diese Schulausstattung für die Bildungschancen ja das sind alles private Geldgeber, Privatpersonen oder eben auch Unternehmen die sagen ja uns ist das auch wichtig und ich glaube so ist es eben auch noch mal zu wichtig.

00:41:02: In diesen Sloganen welcher Gesellschaft wollen wir leben?

00:41:04: da kann auch jeder für sich ein Stück weit mit beantworten und sagen Ja Ich fände es auch gut für mich, wenn mal Leute fragen wie's mir geht und das geht natürlich im Nahraum in der Nachbarschaft.

00:41:13: In der Familie, im Quartier aber auf der Arbeit irgendwie dann schon deutlich besser und genau da gibt es eben viele Möglichkeiten so.

00:41:21: Aber ich glaube da brauchen oder ist es dann ein Appell immer auch eine Idee natürlich auch wirklich zu sagen so ja dass können wir als Stadtgesellschaft schon schaffen.

00:41:28: und genau dieser Slogan keiner lebt sich allein ist immer auch der Appell dafür und wir müssen nicht alles professionellisieren und institutionalisieren.

00:41:36: Und häufig geht es eben auch erst mal über diesen Weg und ist ein erster Schritt.

00:41:39: Mhm, sind wir da in Härten denn gut aufgestellt?

00:41:44: Wenn Sie jetzt davon sprechen, dass man so einen Netzwerk braucht vor allen Dingen über die Institution hinaus, das ist auch der Kioskbesitzer an der Ecke sein kann, der so eine Kontaktperson ist.

00:41:53: Funktioniert das bei uns in einer Stadt vernünftig oder kann man da an manchen Stellen vielleicht noch nachbessern?

00:41:58: Also ich glaub's geht besser!

00:41:59: Also ganz ehrlich, ich glaube es geht besser.

00:42:01: Und natürlich Gesellschaft verändert sich auch also dadurch.

00:42:04: zunehmende Umzüge die wir einfach haben manchmal sind steigende Mieten manchmal sind das auch wenig kümmern der Eigentümer um die Wohnungen so dass wirklich ja auch häufig regelmäßige Umzügen an der Tagesordnung sind verfällt sowas natürlich auch, verwässert das dann.

00:42:20: genau haben wir gewisse Läden haben wir in einer großen Zahl aber auch andere wo wir vielleicht noch mal Konzinität hatten bei den Verkaufenden bei den Inhabern.

00:42:31: Das wird manchmal auch weniger, wo ja auch dann ein bisschen Beziehung so wegfällt.

00:42:35: von daher glaube ich es ist ausbaubar und das ist immer wieder auch ein Erneuern.

00:42:40: Und sodass schon wichtig und gleichzeitig sehe ich in Herden schon dass wir nach wie vor einen hohes Maß an zivilgesellschaftlichem Engagement, an zivigesellschaftlichen Interesse haben.

00:42:50: Dass es dann doch mein klar.

00:42:52: Herdensüte- und Bärtliche sage ich mal um jetzt nur geografisch die Extreme zu nehmen ist natürlich weit weg.

00:42:57: Auch Westerholz ist dann vielleicht erst mal weiter weg von Distellen.

00:43:00: Das muss aber auch gar nicht, aber wenn das so in einem Stadtteil oder im Quartier für sich funktioniert, dann ist da schon sehr in Ordnung und das sehe ich durchaus.

00:43:08: Da könnte ich eine Reihe von positiven Beispielen nennen vom Engagement der Tafel über den Seniorenclub, über Antirost, über kirchliche Initiativen, über die Sportvereine – auch für ältere Leute gibt es bisher durchaus ... Engagementmöglichkeiten dort über die Partei.

00:43:25: Also das wirklich sieht da sehr, sehr viel und auch schon einen hohen Grad ein Engagement an Offenheit auch sich mit einzubringen vielleicht noch mal bei den eigentlichen Zweck hinaus also dass dann Sponsorenlauf gemacht wird oder dass dann Ausflug gemacht wird der geöffnet wird... Oder wenn wir sagen wir brauchen da Unterstützung das damit gemacht wird ein Teil mehr das dann auch gesammelt wird so also das nämlich schon durchaus war da würde ich jetzt nicht in abgesang anstimmen, dass wir das gar nicht mehr haben ganz im Gegenteil.

00:43:54: Gut!

00:43:57: Ja ich denke mal damit haben wir schon einiges abgedeckt?

00:44:01: Vielleicht noch zum Schluss so ein bisschen perspektivisch... Ich glaube, dass das Thema Zusammenhalt ja auch ganz Großes ist also auch so Impulse die aus der Gesellschaft kommen wie sagen völlig zu Recht Wir können ja schon viele bei Institutionen.

00:44:14: Wir haben viele Einrichtungen in Herden Die sich schon kümmern Vereine Kirchen sie natürlich mit der Caritas Ganz vorne mit dabei.

00:44:25: Aber was würden Sie sich denn wünschen in den Quartieren?

00:44:28: Was wäre zum Beispiel so ein Punkt, wo sie sammeltet?

00:44:31: Da könnten sich doch alle aktiven, also alle Akteure auf dem Spielfeld mal an einen Tisch setzen und überlegen wie können wir das in dem Quartier besser machen?

00:44:39: Was wär da so'n Punkt?

00:44:44: Konkret zu.

00:44:44: darauf zungen ist glaube ich zur Quartiere sehr unterschiedlich.

00:44:47: Und wenn wir das so offen betrachten, wenn wir es nicht direkt sagen... Die Ausstattung von Schulen und die Einschulungssituation von Kindern und Jugendlichen konkret verbessern, also da hätte ich ganz viele Ideen.

00:45:00: Also das ist glaube schon dann nochmal ein anderes Thema.

00:45:02: wenn wir so auf die Quartiere gucken, bin ich einfach auch sehr großer Fan davon wirklich auch die Leute zu empowern.

00:45:09: Partizipation auch zu gucken was wollt ihr denn?

00:45:11: Und die einen sagen... Der Spielplatz ist vielleicht zu dreckig und die Nächsten sagen, wir brauchen eine Bank weil wir verweilen können.

00:45:17: Weil es uns von A nach B schwierig sind.

00:45:19: Die Dritten sagen für uns das ist schwierig, weil jetzt die Busverbindung nicht mehr die gleiche Taktung hat wie früher.

00:45:24: Wir kommen nicht zum Arzt.

00:45:25: also ich glaube dass es sehr vielfältig könnte aber auch die Lösung sein.

00:45:31: Das kann natürlich moderiert sein, ein bisschen ins Gespräch kommt die Leute auch einlädt.

00:45:35: Da haben wir eine große Historie von Mitmach statt.

00:45:38: das ist dann manchmal nur im Rahmen von Förderprogrammen oder weil es so nötig ist.

00:45:43: ich glaube wenn man sowas ernst nimmt und das kann sich ja auch jeder für verantwortlich fühlen Die Verwaltung immer sein, die das jetzt initiiert.

00:45:53: Sondern wirklich das auch ernst zu nehmen und mal in die Nachbarschaft zu gucken geht da schon.

00:45:58: also wird es so ein Punkt den ich tatsächlich einfach sehr begrüßen würde dass die Leute sich links und rechts mehr darum kümmern und einbringen und miteinander ins Gespräch kommen.

00:46:09: was wollen wir denn eigentlich?

00:46:11: Und wenn das dann noch mit einer gewissen Form von Respekt Achtung und vielleicht wirklich auch Offenheit voreinander und vor unterschiedlichen Werten Religion Kulturen passiert, dann wäre das eine sehr großartige Entwicklung.

00:46:24: Die ich mir wünschen würde ja.

00:46:26: Wo Sie gerade so einen Punkt ansprachen noch zum Beispiel Busverbindung oder so die dann vielleicht auch Auswirkungen haben wie ist sie zusammen mit der Kommunalpolitik überhaupt?

00:46:36: also funktioniert das gut?

00:46:37: Oder ist da auch etwas wo Sie sagen da könnten wir auch nochmal dran schrauben?

00:46:45: Ganz allgemein würde ich sagen es funktioniert sogar sehr gut weil einfach die Akteure die auch da sind ... sind schon sehr lange da.

00:46:55: Sie sehen nicht, dass sie alt sind... ... aber viele kennen sich gut aus und haben viel Wissen,... ... Kennhärten sehr gut, haben ein großes Interesse an den Themen.

00:47:08: Das ist ja auch nicht... ... mitnichten immer nur das soziale.

00:47:10: Es geht ja auch Armut-Jahr ist ein Thema natürlich, aber wenn wir über Klima sprechen... Wenn wir über Entwicklungen der öffentlichen Einrichtung, Schulen sprechen,... ...wenn wir über Straßeninfrastruktur sprechen.

00:47:22: Also genau es ist wirklich sehr vielfältig was ich auch Kommunalpolitik dann... ...mit zu verantworten hat sich kümmern muss.

00:47:28: und also deswegen sehe ich schon viel Engagement, viel Expertise,... ...och eine große Offenheit sich also zu hören auf Themen

00:47:36: einzulassen.".

00:47:37: Und schon auch und das ist ja dann immer, dass eines der Politik, sagen wir wirklich die gewählten Vertreterinnen, Vertretern, die dann auch im Rat sind.

00:47:44: Das andere ist natürlich dann auch das Zusammenspiel mit der Verwaltung so.

00:47:47: Und das ist schon etwas was den Herden immer sehr gut funktioniert hat in meiner Gut vielleicht nicht sehr gut aber gut auffunktioniert hat wo sie auch von Verwaltungsseite im Gespräch mit Politik mit anderen Akteuren eine große Offenheit noch einen großen Austausch gibt.

00:48:05: Unterschiedliche Einflüsse, unterschiedliche Entwicklungen nicht in jedem Thema.

00:48:10: Ich meine das ist auch Teil von Demokratie.

00:48:12: Ist man sich sofort einig und findet direkt eine Lösung im Konsens?

00:48:16: Also man muss einfach um Themen ringeln, unterschiedlicher Positionen aushalten.

00:48:19: ich glaube es ist auch wichtig und gleichzeitig merke ich auch heute schon dass es da großes Engagement gibt und auch schon auch Entwicklung gibt.

00:48:27: also das ist jetzt auch nicht nur ein Stillstand ist.

00:48:29: und genau wenn es da auch eine Unzufriedenheit gibt finde ich dann, das ist ähnlich wie mit dem Empowerment oder mit der verantwortlichen Quartier.

00:48:36: Also auch dann muss man sich auch ein Stück drum kümmern und sagen so dass an dieser Stelle passt mir das nicht oder ich nehme das und das war welche Möglichkeiten gibt es denn?

00:48:44: Und da glaube ich Kommunalpolitik aber auch Verwaltung hat er schon immer eine Offenheit für und ein Interesse dran zu hören.

00:48:51: und ja natürlich muss man auch gucken... mit welchem Wasser sie kochen und das ist auch das gleiche wie wir.

00:48:57: Von daher können Sie nicht alles lösen, nicht alle Wünsche erfüllen aber ich finde es schon bemerkenswert an der Stelle und wir haben ja immer so eine Doppelfunktion.

00:49:04: Wir haben jetzt ganz viel darüber gesprochen.

00:49:06: also welche Ansätze haben wir?

00:49:08: Welche Einsichten spezifisch aus unserer Arbeit haben wir und gleichzeitig sind wir an vielen Stellen wirklich ein Stück Anwalt für die Armen.

00:49:16: wenn wir eben auch merken da ist ein Missstand dann sagen wir auch das und benennen es auch.

00:49:20: Und versuchen natürlich, eine Besserung herbeizuführen.

00:49:23: und dieses Zusammenspiel nochmal auch von Aktivität und Verbindlichkeit systemischer Veränderungen habe ich glaube zwei-drei Mal benannt ist ja dann auch noch mal wichtig.

00:49:33: also Wir können auf der einen Seite schon aktiv werden.

00:49:35: Also ich weiß zum Beispiel mit dem Kinderfunk.

00:49:36: damals als wir gestartet haben Es ist jetzt fast zwanzig Jahre her war wirklich das besondere Problem was wir hatten in Herden dass die Kinder die an der OGS teilnehmen sollten, die Familien das Essensgeld nicht bezahlen konnten.

00:49:52: So und dann haben wir genau dieses Dilemma was ich beschrieben habe.

00:49:55: Dann fallen sie genau aus diesem Kontext raus weil das einfach in dem Regelsatz nicht abbildbar war mit drei Euro irgendwas sondern haben wir gesagt okay, wir bezahlen das.

00:50:04: Wir übernehmen das da wo die Bedürftigkeit da ist nachgewiesen.

00:50:07: Bezahlen wir eine Diskrepanz?

00:50:09: Bezuschließen wir das so dass die Kinder daran teilnehmen können, dass sie in diese Einrichtungen, in diesen positiven fördernden Kontext wirklich auch dabei sein können.

00:50:16: So was brauchen wir heute nicht mehr?

00:50:18: ja weil es nicht mehr diese Notwendigkeit gibt hat sich eben viel getan.

00:50:21: also das dann auch wirklich zu sagen so aber kann ja nicht sein dass wir genau vielleicht oder auch noch mal besondere Maße die Kinder Und Jugendlichen verlieren die eigentlich besonders davon profitieren werden, weil wir sie systematisch ausschließen.

00:50:32: Weil es einfach nicht funktioniert.

00:50:35: und solche Sachen muss man besprechen benennen und manchmal hilft das einfach auch aktiv zu werden schon mal eine Lösung zu kreieren.

00:50:41: aber gut ist natürlich immer auf wenn man dann guckt wie kann man's wirklich auch systemisch ändern?

00:50:45: Da merke ich dann schon mit Politik Mit Verwaltung mit anderen Akteuren.

00:50:49: Kann man da in Herdengut ins Gespräch kommen und auch nach Lösungen Gut Ja.

00:50:55: Dann würde ich sagen vielen Dank dass sie uns hier so sehr ausführlich Auskunft gegeben haben und uns ein schönes, ausführliches Bild vor allen Dingen geliefert haben wie die Situation in Herden ist.

00:51:08: Und ihr da draußen sagt uns doch auch mal was über das Thema denkt, was ihr an positiven vielleicht aber auch negativen Sachen schon mitbekommen habt.

00:51:18: wäre schön, wenn ihr euch vielleicht auch dann engagieren könnt und das unterstützen könnt.

00:51:22: Sofern er die Möglichkeit hat.

00:51:24: Engagieren oder vielleicht einfach mal über seinen Schatten springen?

00:51:26: Und sich an jemandem wenden, der sagt, vielleicht können wir da jemand helfen.

00:51:29: Wir kriegen es gerade nicht so gut.

00:51:30: Einfach mal beim Nachbarn nachhören... Genau!

00:51:34: Ja, dann vielen Dank.

00:51:35: Vielen Dank euch da draußen und bis nächste Woche.

00:51:38: Tschüss!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.