Zurück in den Alltag - Gast: Guido Elfers - Hömma, Herten Spezial
Shownotes
Heute sprechen Stefan Korte und Harald Landgraf mit Guido Elfers. Er ist Genesungsbegleiter, Künstler und Podcaster – um nur wenige seiner Aufgaben zu nennen. In der Spezial-Folge spricht er über seinen Werdegang, seine Arbeit an der LWL-Klinik und seinen Podcast.
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00:00:00: Heute sprechen wir über einen anderen Podcast der etwas Anderen Art.
00:00:03: Und zwar mit unserem Gast!
00:00:12: Ich
00:00:31: bin jetzt schon fünf, fünfzig Jahre alt und er arbeite als Genesungsbegleiter und Kunstjahr-Therapeut.
00:00:38: Und habe eben die acht Jahre in Herden.
00:00:40: beim LWL war ich tätig und seit einem Jahr bin ich jetzt ungefähr im Dortmund beim Gesundheitsamt tätig bei dem sozialtischen Dienst.
00:00:50: Was für Aufgaben haben Sie da?
00:00:52: Das ist ganz bunt eigentlich.
00:00:54: Aber ich mache ja ganz normal so Hausbesuche auch, dass ich zu den Leuten einfach hinfahre mit denen Gespräch füge oder Aber ich mach zum Beispiel auch Busfahrtraining, wenn Leute Angst haben mit dem Bus zu fahren oder so.
00:01:05: So was mache ich auch.
00:01:06: Oder auch Miliötherapie einfach mal ins Café gehen in die Stadt gehen und sowas mache Ich auch.
00:01:11: wir machen aber auch so Freizeitangebote.
00:01:13: da gibt es auch immer so ein Programm dass wir mal irgendwie wohin gehen uns etwas angucken oder so.
00:01:18: Und dann mache ich noch eine Mahlgruppe der kunsttherapeutische Mahl Gruppe wo dann immer auch Klienten kommen und wo ich dann mit den male Wir machen eben auch in Dortmund jetzt Ja auch Bürgerfunk, also man kann uns jetzt auch in Dortmund hören.
00:01:33: Und da haben wir jetzt schon drei Folgen gemacht ja.
00:01:37: Da kommen wir direkt auch mal zu einem der Themen warum wir sie eingeladen haben.
00:01:41: Sie haben nämlich einen eigenen Podcast.
00:01:43: schon seit vier Jahren haben sich das gerade gesagt.
00:01:46: Da dreht es sich um die LWL.
00:01:47: Das dreht sich um Therapie und vor allen Dingen wie man später damit lachkommt.
00:01:53: Geben Sie uns mal ein Überblick?
00:01:57: Rund um das Thema Psychiatrie berichtet in... ...fünfundzwanzig Folgen und versuchen da natürlich auch so ein bisschen was gegen das Stickmar zu tun, war sage ich mal ja aus Grenzung ist doch immer noch so.
00:02:10: einen Punkt sag' ich mal wo Psychiatri-Erfahrende von Betroffen sind.
00:02:15: Und da versuchen wir eben so ein bissel anzugehen dagegen und einfach von uns zu berichten, von unserer Erkrankung zu berieten aber auch vielleicht ein bisschen aufzuzeigen dass wir dann Vielleicht ein bisschen normaler sind, als man manchmal so denkt.
00:02:30: Und das sind ja jetzt keine... nicht durchweg Experten die da sind?
00:02:34: Sondern Leute, die das selbst erfahren haben.
00:02:35: Genau genau.
00:02:36: Die vielleicht auch selbst mit drin noch stecken geh ich mal von außen und es ist auch immer so ein lockeres Gespräch.
00:02:41: Genau, genau.
00:02:42: Das sind alles Patienten vom LWL, die damit machen.
00:02:45: Also die waren alle mal in der Psychiatrie und haben die verschiedensten Erkrankungen.
00:02:50: zum größten Teil haben wir Lorde mit Schizophrenie eigentlich.
00:02:54: Also das kommt tatsächlich am häufigsten vor.
00:02:56: Oder ist es jetzt so in Ihrem Bereich?
00:02:58: Bei uns kommt's am häufigste vor, genau.
00:03:02: Also da sind dann Leute die über Wochen-Monate... wie lange ist man denn in der Psychiatrie?
00:03:06: Ich
00:03:07: sag mal im Durchschnitt ist man immer so sieben bis acht Wochen in der psychiatrie und geht dann wieder.
00:03:12: Es kommt aber auch vor dass Leute für zwei oder drei Monate da sind.
00:03:17: Aber ja kommt auch mal vor, dass hier nur vier Wochen da sind, also es kommt auch vor.
00:03:23: Sieben bis acht Wochen, kann man sagen.
00:03:24: Ist mal in der Psychiatrie.
00:03:26: Und danach nehmen sie die Leute quasi an die Hand
00:03:29: und
00:03:30: holen sie wieder in die normale Welt zurück sozusagen?
00:03:33: Genau,
00:03:33: genau, genau.
00:03:34: Ich habe da direkt meine Frage.
00:03:36: Schizophrenie können Sie das kurz mal erklären was das für Symptome dann hat...
00:03:42: Also wenn man es jetzt reduziert ist es im Grunde genommen eine Stoffwechselerkrankung also eben Gehirn.
00:03:50: Da sind zu viele Botenstoffe unterwegs und dadurch durch dieses zu viel kommt es dann eben so zu Sinnes, Enttäuschung zum Beispiel.
00:04:00: Und dann können sich eben so Warngedanken entwickeln, dass man also viele haben z.B.
00:04:04: so ein Verfolgungswahn, das sie das Gefühl haben der Geheimdienst ist hinter mir her.
00:04:08: Also bei mir war's auch so oder ich hatte dann auch so einen Krebsgeruch an mir wahrgenommen was ich jetzt irgendwie so dachte Ich habe jetzt Krebs und lebt nicht mehr lange hat er aber auch somanische Zustände und in der Manis, da fühlt man sich als Gott der Welt irgendwie ganz groß.
00:04:25: Und danach erfolgen dann meistens eigentlich so schwere Depressionen, dass ich dann auch wie gelegelt im Bett gelegen habe oder so.
00:04:35: Das sind klassische Symptome.
00:04:38: Und das ist aus einem Punkt?
00:04:39: Sie sprechen ja aus eigener Erfahrung?
00:04:41: Genau wenn sie sprechen aus eigenen Erfahrungen!
00:04:44: Ich weiß nicht, wie sehr Sie sich darauf eingehen möchten.
00:04:46: Ich weiß, sie haben öffentlich auf jeden Fall schon mal darüber gesprochen.
00:04:48: aber können Sie uns da nochmal so ein Bild geben?
00:04:50: Sie haben ja gerade schon angerissen was bei Ihnen los war.
00:04:54: Wie war die Geschichte?
00:04:57: Bei mir hat es auch recht lange gedauert bis ich in der Klinik gegangen bin und ich bin bestimmt zum Jahr mit dieser Psychose, wie man das auch nennt, herumgelaufen irgendwie mit meinem Waren dann irgendwie und habe meinen ganzen Behördenkram nicht mehr hingekriegt, hab mein Haushalt nicht mehr hengekriegt usw.. Es ging eigentlich immer mehr bergab und bin dann doch irgendwann zum Glück noch freiwillig in die Klinik gegangen.
00:05:20: Und war dann sieben Wochen auf einer geschlossenen Station auch, und bin dort eben eingestellt worden auf Medikamente.
00:05:27: Und seitdem geht es dann auch wieder ein bisschen besser sag ich mal ne?
00:05:31: Bei mir war's aber so... Ich hab nach der Klinika erstmal zu einem Jahr lang nur im Bett gelegen und habe nur Felsen geguckt irgendwie.
00:05:38: Also zu mehr war ich gar nicht mehr in der Lage.
00:05:42: Psychiater gewechselt und er hat noch mal mit den Medikamenten so ein bisschen was gemacht.
00:05:46: Und dadurch bin ich dann so ein bißchen munterer geworden, habe dann angefangen mit so einen Ehrenamt dass ich bei der AWO mit Geistig-Behinderten gemalt habe irgendwie.
00:05:55: Dann hat sich das so nach und nach weiter aufgebaut.
00:05:58: Nach dem Ehrenamten eben dass ich dann ja Kontakt gefunden habe zu Selbsthilfe.
00:06:05: in Dortmunter hatten wir so einen kleinen Verein als Gluf.
00:06:08: Das gibt es heute leider nicht mehr Und da bin ich zum Beispiel immer zum Zürich-Hose-Gesprächskreis gegangen und bin aber auch generell im Verein aktiv geworden.
00:06:17: Ich war eigentlich jetzt im Rückblickens zwanzig Jahre in der Selbsthilfe aktiv gewesen, das ist auch nicht.
00:06:24: durch die ja Selbsthilfer habe ich wieder Kraft und Mut für mich finden können irgendwie und bin dann nochmal auf die die gekommen Ausbildung zu machen hab dann eben noch eine Ausbildung gemacht zum Kunst der Therapeuten.
00:06:36: sie ging da nochmal drei Jahre.
00:06:37: das habe ich in Münster gemacht.
00:06:39: Danach habe ich dann erfahren, dass es diese neue Ausbildung gibt für Genesungsbegleiter.
00:06:44: Und die sind ja immer Leute, die eben auch eine eigene Erfahrung mitbringen.
00:06:48: Da
00:06:48: wird's spannend!
00:06:50: Was
00:06:50: macht der Genesuns Begleiter eigentlich?
00:06:52: Genau, genau, genau...
00:06:53: Also das ist dann auch ne Voraussetzung mehr oder weniger als man selber aus Erfahrungen sprechen
00:06:58: kann.
00:06:59: Das muss man schon mitbringen sag' ich mal.
00:07:01: Es
00:07:02: geht die Ausbildung nicht.
00:07:03: Seltene
00:07:04: Voraussetzung
00:07:04: für alle Stellen.
00:07:06: Aber das hilft den Patienten wahrscheinlich ungemein, wenn Sie sagen
00:07:09: können.
00:07:10: Mir ging es auch mal so ähnlich und...
00:07:12: Genau, genau!
00:07:13: Das hilft unwahrscheinlich viel ja.
00:07:15: Wie schwierig ist das denn Menschen wieder zurückzuholen in die normale Welt?
00:07:21: In einem Alltag?
00:07:22: Also man muss schon ein bisschen Zeit bringen.
00:07:26: Ich sehe es jetzt beim Gesundheitsamt in Dortmund eben dass man schon so ein halbes Jahr braucht, sag ich mal, bis sie wieder einen Weg gefunden haben oder bis das wieder soweit ist wenn die wieder alleine gehen lassen kann.
00:07:38: In der Klinik ist es auch ähnlich, viele fallen nach dem Krankenhaus noch mal in so ein Loch rein und da muss man gucken, dass das nicht zu schwerwiegend wird.
00:07:53: Und da kann dann unter anderem auch die Kunst
00:07:56: helfen?
00:07:56: Genau, dass man sich malerisch mitteilt!
00:07:59: Ist auch ein spannendes Feld, finde ich.
00:08:01: Und das verquicken Sie alles miteinander?
00:08:03: Genau.
00:08:03: Also spielt da alles mit rein?
00:08:04: Genau,
00:08:05: genau.
00:08:06: Konzentriert einen konkreten Weg irgendwie im Schreiben wie man so eine Genesung mal begleitet dass sie sagen die erster Schritt ist.
00:08:14: das zweiter Schritt ist Das und nach drei Wochen wollen wir da und da sein.
00:08:18: Als erstes ist es immer wichtig sag ich mal lass mal überhaupt der Krankheitseinsichtig ist.
00:08:23: Es gibt auch immer wieder mal Patienten sag ich Mal die das dann nicht so wahrhaben können, dass sie jetzt krank sind oder sich irgendwie wegschieben.
00:08:32: Und damit eigentlich gar nichts zu tun haben wollen.
00:08:35: und da ist dann meine Arbeit auch mal ein bisschen schwierig.
00:08:37: besser ist eben wenn man sagt ich hab es diese Erkrankungen und ich muss jetzt damit leben irgendwie und probier dann wieder einen Weg zu finden irgendwie und der kann dann eben recht klein sein das man in kleinen Schritten vorangeht und das kann wie gesagt einem Busfahrtraining sein, dass man lernt wieder Bus zu fahren dass man wieder mobil ist.
00:08:57: Also
00:08:58: quasi an den Ängsten orientiert, die man vorher
00:09:00: hat?
00:09:00: Genau, genau, genau...
00:09:02: sich wieder konfrontiert mit Situationen?
00:09:04: Genau!
00:09:06: Und wo
00:09:07: ist man dann nach welcher Zeit?
00:09:08: irgendwie wie lange dauert das?
00:09:10: Halbes Jahr haben Sie gerade erwähnt?
00:09:11: Und
00:09:11: nicht so sagen halbes Jahr
00:09:13: und dann kann man wieder ganz normal am sozialen Leben teilnehmen.
00:09:17: also bei manchen ist es ja so Wir können nach so einer Erkrankung nicht mehr arbeiten oder gehen auch in Rente zum Teil.
00:09:23: Es gibt aber auch einige, die dann auch wieder arbeiten gehen nach einer gewissen Zeit.
00:09:27: Da habe ich ja auch einige erkennen gelernt über bei mir.
00:09:30: jetzt ist es ja auch so dass ich wieder arbeiten gehe und das ist auf jeden Fall möglich auch.
00:09:36: Ja finde ich schon interessant.
00:09:38: also Genesungsbegleiter beschleunigen quasi den Prozess, dass man sich den Leuten wieder besser geht.
00:09:44: wie viele Leute gibt's denn da?
00:09:46: So die das überhaupt machen?
00:09:48: Da gibt's noch nicht ganz so viel, also jetzt in Herden da waren wir eben zu viert.
00:09:55: Also vier Genehmigungsbegleiter für eine Klinik.
00:09:59: Und reicht das denn?
00:10:01: Ich hab hier nicht so einen Überblick wie viele Patienten da regelmäßig in Therapien sind und sowas...
00:10:06: Man könnte auch mehr einstellen und man möchte ja auch noch mehr einstellen.
00:10:09: nur man hat das Problem dass man da keine gereigneten Filmen kann.
00:10:13: zum Teil
00:10:15: Ja das kann ich mir natürlich vorstellen, dass dann wahrscheinlich auch manche das lieber wegschieben irgendwann.
00:10:20: Kann ich mir vorstellen und sich damit nicht mehr beschäftigen.
00:10:25: Wie ist es denn für Sie wenn sie diese persönlichen Erfahrungen die werden ja immer wieder auch damit hochgespült?
00:10:32: Getriggert
00:10:32: sagt man auch.
00:10:35: Macht das die Arbeit einfacher oder schwieriger?
00:10:38: Wie ist das bei ihm?
00:10:39: Bei mir ist es eigentlich so dadurch, dass ich im Psychosegesprächskreis war und da schon einige Jahre unterwegs war in der Selbsthilfe.
00:10:46: irgendwie bin ich das eigentlich mittlerweile gewohnt über mich und meine Erkrankung auch zu sprechen.
00:10:52: Und von daher fällt mir das eigentlich gar nicht so schwer und ertriggerte mich das eigentlich auch gar nicht sehr weil ich mehr einen Blick habe, dass sich ja für die Menschen was Gutes mache irgendwie und diese ein bisschen an die Hand nehme und ein bisschen den Weg begleite.
00:11:05: sag' ich mal Führte eine jetzt so einen guten Gefühl und triggert mich auch nicht.
00:11:13: Ist nachvollziehbar hier.
00:11:14: Das
00:11:15: heißt, Sie haben quasi das ein bisschen umgekehrt?
00:11:17: Genau!
00:11:18: Das
00:11:18: was früher das Schlechte war, das hilft Ihnen heute.
00:11:20: Genau, genau, genau.
00:11:22: Sie haben gerade schon einen ganz wichtigen Punkt angesprochen.
00:11:24: man muss es sich auch erstmal eingestehen
00:11:26: bevor man
00:11:27: dafür bekommt... Da gehört ja häufig auch dazu, dass Leute das peinlich finden.
00:11:33: und angenehm da gibt es ja unter anderem Kreativität ohne Stigma.
00:11:37: Das hat die LWL ja so als Aktionen vorangepusht, da sind sie ganz vorne mit dabei.
00:11:42: Sagen Sie vielleicht dazu mal was wie akzeptiert ist sowas heutzutage?
00:11:46: Wir sehen uns ja als moderne Gesellschaft offen für alles.
00:11:50: aber wie ist es in dem Bereich?
00:11:52: Ich male ja mit den Leuten und dann mahlen wir zum Beispiel ein Stück Dürmungsbild oder ein Traumbild.
00:11:57: Oder wir machen auch so gemeinschaftliche Übungen, wo das Bild dann auch mal so weitergereicht wird und man noch was dazumalen darf.
00:12:03: Jeder irgendwie oder wo man sich vielleicht auch erstmal durch den Raum bewegen muss und so aufeinander zugehen muss.
00:12:09: Das sieht sehr bunt aus eigentlich.
00:12:11: die Übung, die wir da machen sag ich mal sind schon recht vielseitig und hat mit Bewegung zu tun, hat mit still sein zu tun ganz verschieden nach dem was für Übung wir machen.
00:12:25: Ja, wie ist das für die Leute überhaupt diesen Schritt zu gehen?
00:12:28: Zu sagen ich brauche jetzt Hilfe.
00:12:30: Ist es auch insofern schwierig für viele dass sie befürchten dann von anderen vielleicht abgestempelt zu werden?
00:12:35: Genau das große Problem.
00:12:37: Ich denke das liegt auch zum größten Teil auch daran eben dass man z.T.
00:12:40: mit so einer Erkrankung ausgegrenzt wird und dadurch können die Leute sich das immer nicht so eingestehen oder wollen, sich das nicht so ein gestehen oder haben, dass sie jetzt krank sind.
00:12:50: bei mir war's ja auch so Ja, ein Jahr lang so rumgelaufen irgendwie und hab auch diese Krankheitseinsicht nicht gehabt.
00:12:57: Ich habe da eine Frage zu, kann man das denn ignorieren?
00:13:00: Wenn man so einen Wahn hat oder so ne Manie...
00:13:03: Das ist ja das Problem!
00:13:05: Ist ja dass dieser Wahn, den man da hat oder die Gedanken oder diese Fantasien, die man da hatte sind für mich Realität.
00:13:12: Aber ich nehme das sehr wirklich ernst und denke auch, das ist jetzt alles irgendwie so.
00:13:18: Da kann man nicht rational darüber stehen und sagen, Moment, was ich da jetzt reflektiere vom Intellekt her.
00:13:24: Das kann eigentlich gar nicht stimmen.
00:13:27: Also ich habe ja auch gedacht damals dass sie vom Geheimdienst verfolgt werde Und hab dann auch das Gefühl gehabt, dass meine Post kontrolliert wird, dass mein Telefon abgehört wird Dass die Nachbarn mich beobachten und so Dass da irgendwo eine Kamera hängt oder irgendwie sowas.
00:13:40: und das ist schon Realität für mich in diesem Moment.
00:13:43: Okay,
00:13:44: und wenn man dann Hilfe bekommt, kriegt man wahrscheinlich Medikament.
00:13:48: Dann krieg
00:13:48: ich mal ein Medikamente genau!
00:13:50: Und
00:13:50: dann ist es besser?
00:13:51: Wenn man dann irgendwie darauf zurückblickt...
00:13:55: Was denkt
00:13:55: man denn?
00:13:56: Das ist der Punkt wo's schwieriger wird sag' ich mal nicht.
00:14:00: Also ich nehme da Medikamente und die beheben diese Stoffwechselerkrankung im Gehirn sag' jetzt nochmal so Und dann wählt man natürlich irgendwann wieder klarer und bewusster.
00:14:11: Und merkt auch, dass diese ganzen Gedanken, die ich da hatte doch irgendwie nicht richtig gewesen sind.
00:14:17: Dann kriegt man erstmal so einen Schlag, sag' ich mal irgendwie.
00:14:19: Und dann ist man zum Teil auch von dem her was man vielleicht alles gemacht hat ja peinlich berührt.
00:14:27: Ist halt ein bisschen Angst vor Kontrollverlust, den wir dann bekommen?
00:14:30: Ja also das ist schon etwas sehr... Da hatte ich mal eine Phase gab, das gingen so zwei Jahre.
00:14:38: Da hatte ich auch mit Ängsten zu tun und da war die Angst eigentlich immer dass ich ja Kontrolle über mich verlieren könnte irgendwie.
00:14:46: Dass ich zum Beispiel im Bus sitze irgendwie und auf einmal die Kontrolle verliere.
00:14:52: Und die Angst ist dann so groß geworden, dass sich aussteigen musste.
00:14:57: Also wenn man sowas bei sich erlebt sollte man tun nicht schnell den Arzt?
00:15:01: Ja auf jeden Fall.
00:15:01: Genau
00:15:02: genau genau.
00:15:03: also eigentlich geht es schon darum ... früh oder schnell zum Arzt zu gehen, wie sie eben zum Psychiater zu gehen.
00:15:09: Oder eine Klinik aufzusuchen, sag ich mal... Weil das sonst auch chronisch werden kann, ne?
00:15:16: Wenn man zu lange wartet
00:15:17: und die LWL-Klinik hat ja auch so einen Notfall an
00:15:19: den Land.
00:15:20: Genau, da kann man eigentlich rund um die Uhr, vierundzwanzig Stunden, sieben Tage in der Woche, kann man dahin gehen und sich melden.
00:15:27: Wenn man dann nichts hat und die Leute sagen, das ist nicht so schlimm.
00:15:30: Dann werden wir direkt nach Hause geschickt.
00:15:32: Man könnte
00:15:32: auch wieder gehen.
00:15:33: Das
00:15:33: muss
00:15:33: keine Angst haben.
00:15:34: Das ist aus dem Klischee von einer Einrichtung.
00:15:37: Da geht man hin und kommt nicht mehr raus?
00:15:39: Genau, es ist aus einem Klischey, dass man da in der geschlossenen oder nur in der Geschlossene ist.
00:15:44: Aber nicht so ... Man kommt auf die geschlossenen Ahnung wirklich nur wenn ein oder Fremdgefährdung vorliegt.
00:15:50: Oder wenn ich zur Zieggedanken habe, bin ich natürlich auf einer geschlOSSenen Station noch mal besser beobachtet, sag ich mal.
00:15:58: Ansonsten ist es eigentlich so, dass ich dann auf eine Aufschnittditation komme und das kann ich rein raus, wie ich will, kann kommen und gehen.
00:16:07: Man ist ja auch freiwillig dalassen, man könnte sich kurzfristig entlassen lassen wenn man das jetzt meint irgendwie.
00:16:14: Also das ist nicht einfach, da jemand in der Psychiatrie zu halten, der sich da bleiben möchte.
00:16:19: Da sind die Hürden generell relativ
00:16:20: hoch?
00:16:21: Genau!
00:16:22: Ich meine, da gibt es ja dann noch Thema Zwangseinweisen.
00:16:25: Genau!
00:16:26: Da
00:16:26: sind auch viele Hürden glaube ich die
00:16:28: Behörden
00:16:28: erstmal übernehmen.
00:16:32: Wie ist denn so generell der Weg?
00:16:33: Wenn man jetzt sagt, ich möchte nicht direkt schon zur LWL, ist erst mal der Hausarzt der erste Ansprechpartner oder was macht man da?
00:16:39: Also
00:16:39: man kann zum Hausarzte erstmal gehen mit denen darüber reden und er wird dann eben weiter vermitteln an sich heran.
00:16:47: Okay... Ein Thema ist ja auch für viele, wenn die sich damit beschäftigen mit sich selbst auch das Thema Arbeiten gehen.
00:16:57: Wie ist es mit dem Arbeitgeber?
00:16:59: Wie sind da so die Erfahrungen, die sie mitbekommen haben?
00:17:01: Also wir haben auch vieler Angst vor dass man jetzt einen kranken Schein vorlegt wo drauf steht der S-Prompti-Charta oder so.
00:17:10: Aber Sie haben auch ganz viele Probleme mit und gehen dann auch lieber zum Haushalt zu lassen sich von den Krankenmelden eben oder so.
00:17:18: aber Eigentlich hab ich jetzt von den Arbeitgebern, bei mir... Ich habe natürlich vom meiner Arbeit hier aus Geniedungsbegleiter den Vorteil, dass ich damit offen umgehen kann.
00:17:28: Weil das ja zu meiner Arbeit gehört, ne?
00:17:30: Anders ist es natürlich wenn ich in der ganz normale Arbeit nachgehe und da stelle ich dann doch auf, dass viele das auch verheimlichen.
00:17:41: Wahrscheinlich aus Angst davor oder irgendwie abstecken.
00:17:44: Was ist jetzt so?
00:17:44: werden, oder
00:17:45: so?
00:17:45: Genau, man muss abstellt leistgeschickt werden
00:17:47: sozusagen.
00:17:49: finden Sie, dass sich das in den letzten Jahren vielleicht ein bisschen gebessert hat?
00:17:52: Man hat ja so, ich sag mal, in den Medien Leute wie Kurt Krömer-Torstenstelter
00:17:56: als
00:17:56: Comedians die das sehr nach vorne getragen haben.
00:18:00: Hat sich die Akzeptanz ein bisschen gebessert oder ist es so wie schon immer quasi?
00:18:05: Nee, also ich finde schon, dass sie sich ja gebesserte hat.
00:18:08: aber es ist schon noch so, dass wir heute eigentlich zum größten Teil nur über Depressionen sprechen können oder so, das sind dann so Krankheiten über die wir reden.
00:18:18: Aber über Schizophrenie- oder Borderline wird eigentlich so gut wie gar nicht gesprochen.
00:18:24: Oder es wird alles in
00:18:25: einen Topf geworfen?
00:18:26: Genau, aber das sind immer noch so Bereiche wo sich die Medien auch noch nicht so ran trauen an einem Schizophrenien oder Borderlines eben.
00:18:36: Was ist denn Borderline?
00:18:38: Der Borderline ist ja da, das sind Menschen die einen Selbstverletzten des Verhaltenen sagen.
00:18:43: Da werden viele kennen wo man sich so ritscht oder so.
00:18:47: Wo kann man sich dann selbst verletzen um dadurch eine gewisse Entspannung zu bekommen?
00:18:53: Also wenn sie sich ritzend fühlen, die sich erst mal entspannt irgendwie und spüren sich eben auch durch diesen Schmerz den Seil leben oder durch das Blutwasser fließen.
00:19:04: Auch interessant.
00:19:04: Wusste ich auch noch
00:19:05: nicht,
00:19:07: dass es mit Selbstgefährdung zu tun hat.
00:19:08: ja aber das ist dann wirklich auch.
00:19:10: solche Aspekte gibt's interessant.
00:19:16: Ja
00:19:16: wir können einmal kurz ein Karten machen.
00:19:19: Ich muss mich selber mal kurz
00:19:20: das hier nicht auch eine Werbepause einzahlen.
00:19:23: Eine Musikpause kommt da nix dazwischen gar nichts.
00:19:26: Musik
00:19:26: können wir uns nicht leisten.
00:19:31: Genau.
00:19:32: Dann kommen wir noch mal auf Ihren Podcasts
00:19:33: zurück.
00:19:35: Wenn Sie mit den Leuten da sprechen, ich hab auch gesehen in der Folgen ... Da geht's ja um ganz alltägliche Ängste auch, die jetzt nicht mal was mit Depressionen oder Ähnlichem zu tun haben, sondern das hat, glaube ich, jeder ab und zu mal, ne?
00:19:46: Ich sag mal so ganz allgemein gesagt Weltschmerz.
00:19:49: Genau, das baue ich
00:19:50: gerne aus.
00:19:52: Ist das grade durch die Pandemie vielleicht auch ein gesellschaftliches Problem geworden?
00:19:57: Oder war das vorher schon relevant?
00:19:59: So eine breiten Masse?
00:20:01: Ich denke eigentlich schon, ja.
00:20:03: Also das gab's vorher auch schon?
00:20:05: Nur dass es... Weil ich hab so den Eindruck halt durch die Pandemie ist, hat sich vieles noch ein
00:20:09: bisschen verschleuchten.
00:20:10: Ja genau, also ich kann das für mich jetzt gar nicht so festlegen irgendwie ob es dadurch mehr geworden ist oder so.
00:20:17: Vielleicht sind die Depressionen mehr geworden und auch der Einsamkeit ist eben auch ein großes Thema geworden bei den Leuten irgendwie.
00:20:24: Also viele sind eigentlich auch von Einsamenkeit betroffen.
00:20:28: Ja, das liest man in den verschiedensten Bereichen immer wieder.
00:20:30: Alleine schon dass sehr viele Leute alleine leben, dass das weniger ehemals geschlossen werden und so weiter hat damit alles zu tun dann.
00:20:38: Aber
00:20:38: ich kann jetzt eben nicht sagen, dass was durch die Pandemie irgendwie mehr geworden wäre oder ich lasse diesen Eindruck hätte jetzt irgendwie... Das kann ich jetzt auch nicht sagen.
00:20:45: Hätte ich es so vermutet eigentlich?
00:20:48: Da
00:20:48: müsste man vielleicht mal Fachleute fragen ob die ja irgendwie gezahlen zu hätten oder
00:20:55: so.
00:20:55: Der Gedanke ist wenn Wenn man viel eingesperrt ist, das
00:20:58: war ja damals einfach
00:20:59: so.
00:20:59: Dass sich dann doch mal Leute mit sich selbst mehr beschäftigen
00:21:02: und vielleicht auch mal
00:21:03: feststellen, dass da irgendwas nicht...
00:21:05: Also ich habe das... Ich war eine ganze Zeit lang an so Schulen tätig, dass ich in so Schulklassen gegangen bin und die besucht habe und dann auch über mich und meine Erkrankung gesprochen habe.
00:21:17: Und da kriegt man viel eigentlich mit, dass schon die Jugendlichen irgendwie auch viel mit Einsamkeit zu tun haben und dass dieses Gefühl der Einsamkeit durch die Pandemie eben auch verstärkt hat.
00:21:27: Also da kann man es vielleicht merken irgendwie, ne?
00:21:29: Ja gerade junge Leute wurden ja im Stich gelassen,
00:21:32: sehr häufig während der Pandemie
00:21:34: muss man ja auch sagen.
00:21:36: Wenn Sie generell mit jungen Leuten darüber sprechen wie Study-Akzeptanz überhaupt, wie reagieren die auf solche Themen also
00:21:41: das geht nach so einem gewissen Programm.
00:21:42: wenn wir die da in einer Klasse besuchen sag ich mal das geht von einem Verein auch aus, der heißt ja verrückter Hund der Klasse machen erstmal mit den Schülern so Übungen auch zum Thema, um ein bisschen zu dem Thema hinzuführen.
00:21:57: Und ich bin eigentlich erst so richtig dran.
00:21:59: zum Schluss sage ich mal.
00:22:00: Das heißt die wissen eigentlich gar nicht wer ich genau bin und warum ich überhaupt habe und die erfahren das erst zum Schluss dieser Veranstaltung dass ich dann eben sage hört man zu ich bin jetzt sicher erfahrende hab ne schizophrenie gehabt irgendwie Und dann gucken die erst mal doof.
00:22:19: Dass einer sitzt und der denkt, er sieht ja gar nicht so aus irgendwie nicht oder wir sehen einziglich erkrankt überhaupt aus.
00:22:29: Man kann es nicht mehr schmelzen.
00:22:30: Das
00:22:31: ist
00:22:31: halt eine unsichtbare Sache.
00:22:33: Für diese ist es immer wieder spannend einmal so ein Kennen zu lernen und man merkt aber auch dass das oft in den Klassen einzelne Schülerinnen gibt's, sag ich mal.
00:22:45: Die auch schon Erfahrungen haben gemacht haben durch Angehörige oder durch die CSFs auch ne?
00:22:51: Ja das haben wir ja jetzt in Herden ganz akut.
00:22:54: Haben wir diese Berichterstattung über Gewaltvideos anschmüllen also wo prügelein bewusst gefilmt werden und so weiter.
00:23:01: Und da haben wir auch schon darüber gesprochen dass es halt ja Ich sage mal das Mädchen was er erst betroffen war über das wir berichtet haben Man würde nicht meinen, dass die so was jetzt erlebt hat.
00:23:12: Weil sie das so ... Ja, das ist halt so.
00:23:14: Wir haben letzte Woche auch im Podcast drüber gesprochen und hatten eine Praktikantin von uns hier sitzen.
00:23:19: Die siebzehn geht noch zur Schule.
00:23:21: Und die sagt dann auch ja, es ist normal.
00:23:23: Das sind wir jeden Tag immer wieder.
00:23:27: Wenn das in diese Richtung geht, haben Sie da auch etwas mitbekommen?
00:23:30: Also macht das mit den Schülern was?
00:23:31: oder ist das wirklich so, dass dir das einfach so von sich wegschieben und das gehört zum Alltag?
00:23:35: Ich glaube
00:23:35: eigentlich nicht.
00:23:37: Ich war auch in so einem Bürgerrat gewesen für fünf Jahre zum Thema Bildung und Lernen, wo wir auch probiert haben solche Vorschläge für die Politik zu machen.
00:23:45: Und Mobbing ist schon ein großes Thema geworden.
00:23:48: irgendwie dass da viele von Betroffen sind damit zu tun hatten oder haben und das ist eigentlich schon dramatisch finde ich eigentlich, dass wir so viel Mobbing haben an den Schumen.
00:23:57: Also mein Kollege und ich, wir saßen hier und haben auch nur gestaunt
00:24:00: als wir das losgeweiht
00:24:02: haben was für eine Normalität das mittlerweile
00:24:05: geworden ist.
00:24:05: also muss ganz ehrlich sagen heute will ich nicht mehr Schüler sein.
00:24:08: Ja genau, das
00:24:09: bin zwar auch mit Händis groß geworden aber das ist noch mal eine andere Nummer dann.
00:24:15: Was kann man denn in Sachen Prävention vielleicht auch mehr tun um die Leute?
00:24:20: ja dass die Leute gar nicht erst in diese Richtung gehen?
00:24:22: Gibt es da Sachen mit denen man im Vorfeld schon helfen kann jetzt nicht nur bei Jugendlichen sondern generell.
00:24:28: Dafür machen wir eben der Podcast auch im Radio eben um aufzuklären und von uns zu berichten und das Thema eben so ein bisschen mehr in der Bevölkerung auch zu streuen.
00:24:40: Also dass jeder
00:24:41: so die Resonanz auf den Podcast?
00:24:43: So eigentlich nicht, nee also wir kriegen jetzt keine E-Mails oder Anrufe oder so, das haben wir jetzt eigentlich nicht.
00:24:48: Das
00:24:48: ist wahrscheinlich bei dem Thema dann auch ein bisschen schwieriger.
00:24:51: Ist wahrscheinlich so die Überwindung... Genau!
00:24:56: Was gibt's denn noch, was Sie sich wünschen würden?
00:24:59: Was fehlt denn noch?
00:25:00: Egal ob jetzt vorwährend oder nach so einer Therapie generell was mentale Gesundheit angeht.
00:25:06: Was vermissen sie bislang?
00:25:08: Dass wir offener damit umgehen können eben dass man da natürlich nicht mehr ausgegrenzt wird und das wir brauchen auch mehr Genesungsbegleiter denke ich in den diensten auch immer ambulant betreuten wurden oder so.
00:25:19: Da gibt es das so gut wie gar nicht oder so weil die eben auch keine Gelder für sowas kriegen oder so.
00:25:23: ne Ich würde mir eben wünschen, dass wir mehr Genährungsbegleiter kriegen.
00:25:28: Also das ist dann schon eine politische Sache, wo einfach Geld vorhanden sein
00:25:32: muss?
00:25:32: Genau!
00:25:33: Und die Art und Weise jetzt fernab von Personalfragen und so gibt es da noch Sachen, wo Sie sagen, da könnte man auch ein bisschen mehr einsteigen intensiver daran arbeiten?
00:25:44: Wir machen ja eigentlich viel, dass sie an Schulen gehen oder ich halt auch manchmal Vorträge und so... also wir probieren da schon einiges zu machen um das Thema so ein bisschen bekannter zu machen.
00:25:58: Und wenn Sie jetzt zwar auf dem Podcast nicht unbedingt Resonanz bekommen, aber generell bekommen Sie ja, denke ich mal, Resonanzen von den Leuten mit denen sie zu tun haben?
00:26:05: Wie sieht's da aus wie ... Ja, wie sehen die das im Nachhinein vor allen Dingen?
00:26:12: Also für meine Klienten, die es so habe oder Patienten dann auch, sag' ich mal ist eigentlich immer so dass ich mehr so ein Kumpel bin irgendwie.
00:26:19: Das kommt halt mehr so einen Kumpelfahrhältnis auf und nicht so einer Therapeut ... und ja, Patienten auf oder so.
00:26:27: Also ich bin dann eher der Kumpel.
00:26:28: Wahrscheinlich auch notwendig?
00:26:30: Genau, ja!
00:26:30: Und wenn
00:26:31: man sich besser öffnen kann...
00:26:32: Dann können die sich auch besser öffen, wenn ich eben mehr da kumpelt bin, weil man dann eben näher rankommt dadurch.
00:26:38: Das ist eigentlich mal ganz angenehm und schön.
00:26:40: Und dann können sie das auch gut annehmen meiner Arbeit und dann ... ... kann man eben an den Erfolgen sehen dass es auch vorangeht.
00:26:49: Welche Erfolge hatten Sie in sagen können?
00:26:51: also ... ... können natürlich jetzt nicht ganz ins Detail gehen, wir müssen in Persönlichkeiten schützen.
00:26:56: Aber kannst du da irgendwie was beschreiben und sagen hey... Da war einer der ist nach einem Jahr wieder voll im Beruf
00:27:03: aufgeblüht
00:27:03: oder sowas?
00:27:04: Ja ich habe zum Beispiel jetzt einen Klänen sag' ich mal, der so offen ist, was ich so anbiete,... ...der auch alle Gruppen kommt die es zu anbieten und der saugt das richtig auf irgendwie so ne.
00:27:14: Und er möchte auch wieder arbeiten und da ist eben auch das Ziel... ...da haben wir jetzt auch bald ein Termin beim Arbeitsabend wo ich dann auch mit hingehe.... Und wo wir dann gucken, dass er wieder in Arbeit kommt.
00:27:24: Aber generell gibt es immer wieder auch Leute die wieder arbeiten.
00:27:28: Wir haben einen bei uns vom Radio.
00:27:30: auch der geht also wirklich richtig wieder Vollzeit arbeiten und schafft das auch gut.
00:27:36: oder mein Erfolg kann eben auch sein sag ich mal wenn ich jetzt jemand mit jemandem Busfahrtraining mache und der kann nach ein paar Terminen wieder ganz alleine Bus fahren und ist wieder mobil.
00:27:47: Das ist dann auch ein großer Erfolg.
00:27:49: berechen wir dann von der Phase, wo die Medikamente immer noch gegeben werden oder sind sie schon abgesetzt?
00:27:55: Also normalerweise bei Schizophrenie ist es eigentlich so da muss man die Medikanmente ein Leben lang nehmen.
00:28:01: Ich nehme die auch heute noch und ich nehme immer noch Medikamenten drei verschiedene insgesamt einmal gegen Depressionen, einmal gegen die Schizophreni.
00:28:09: unter dem brauche ich nur was zum schlafen.
00:28:11: Unglaublich dass das sich da oben abspielen kann.
00:28:16: Und die muss ich ein Leben lange nehmen.
00:28:17: also ist ja leider immer so, dass immer wieder Patienten probieren die dann abzusetzen oder das Gefühl haben wir geht's da jetzt auch nicht gut.
00:28:26: aber den geht es ja gutweise die Medikamente nehmen.
00:28:29: Und was passiert denn?
00:28:30: Ja um die setzen sie dann ab und dann auch oft ohne Absprache mit dem Arzt sag ich mal und die werden dann wieder rückfällig.
00:28:38: Das
00:28:39: kann wieder diese Warenvorstellung machen.
00:28:41: Ich habe das mal im entfernten Bekanntenkreis mit bekommen.
00:28:44: das kann dann ein richtiger Albtraum.
00:28:46: Genau, genau.
00:28:48: Das
00:28:48: heißt im Endeffekt verschlimmert man es?
00:28:50: Man
00:28:50: verschlimmert es und der Zustand wird jedes Mal auch noch mal ein bisschen schlechter von der Person.
00:28:56: also wenn ich die jetzt, ich habe eine Person mal kennengelernt sage ich mal die hat immer wieder die Medikamente abgesetzt weil sie zugenommen hatte und so weiter oder wollte sie wieder abnehmen und so und dann hat sie ja die Mehrfachabgesetz ist immer wieder in der Zürcher Triege landet kann es eigentlich bis heute nicht wirklich einsehen, Medikamente nehmen zu müssen.
00:29:14: Aber von Aufenthalt zur Aufenthalte merkt man eben auch das die Person abbaut,
00:29:22: dass
00:29:22: sie Fähigkeiten sich abbauen und so weiter.
00:29:25: Ja ist dann eigentlich tragisch ja.
00:29:29: Am Ende ist es da nicht Chemie?
00:29:30: Ja genau
00:29:31: was das jetzt betrifft.
00:29:32: aber ich bin ja froh, dass wir heute solche Medikamenter haben Erzichertrie von vor hundert Jahren denken oder so, wo wir das noch gar nicht so hatten.
00:29:40: Irgendwie kann man ja heute froh sein, dass wir diese Medikamente haben
00:29:44: und ich glaube auch daher kommen die ganzen Klischees
00:29:46: genau auf dieser Zeit gerade aus dieser zeit da wurde es ja noch stark verheimlicht Und die jetzt sicher trinken sie jetzt im größten zahl auch mehr.
00:29:53: so außer hat gebaut worden und soweit damit die gar nicht So mit der Bevölkerung in Kontakt kommen und das kommt schon zum großteil auch aus der zeit unter.
00:30:03: Ja, hier klar war es ja eben auch so dass Tierzykratrie erfahren die eben auch umgebracht worden sind.
00:30:09: Ja den sprachen nicht im Menschenbild.
00:30:14: Wo Sie gerade sagen sie müssen die Medikamente ein Leben lang nehmen kann man irgendwann von einer richtigen Genesung überhaupt sprechen.
00:30:21: oder ist das etwas was man immer irgendwie mit sich trägt?
00:30:24: Das hat man eigentlich immer mit sich dabei.
00:30:26: das ist eigentlich so ein lebenslanger Prozess würde ich sagen.
00:30:28: Also
00:30:29: es ist mehr, dass man lernt damit umzugehen und zu leben.
00:30:32: Genau, genau.
00:30:34: Ich habe heute auch manchmal noch Probleme mit meiner Züge, dass ich immer mal wieder in Depression verfalle unter einen Loch falle.
00:30:46: Meistens ist dann so das nach zwei drei Tagen wieder geht oder die Phase wo ich da mit Ängsten zu tun hatte... hier und da mit gewissen Problemen auch zu tun.
00:30:55: Und hab ja deswegen auch eine zügische Behinderung eben auch, ne?
00:30:59: Wenn man die Instrumente in der Hand hat
00:31:01: um es
00:31:02: im Griff zu kriegen, dann funktioniert das trotzdem.
00:31:05: Dann ist auf jeden Fall so dass sie nicht so dramatisch wird, ne.
00:31:09: Gut!
00:31:10: Wir haben gerade über Kunst gesprochen.
00:31:11: Das würde mich nochmal mehr interessieren.
00:31:13: Die haben ja auch irgendwie so ein Malermeister ausgelöst.
00:31:16: Ich bin Malermester eigentlich genau, ja.
00:31:19: Farben
00:31:20: und Techniken.
00:31:22: Und was entsteht denn da so?
00:31:24: Also ich bin recht aktiv in der Kunst, mache ganz verschiedene Sachen irgendwie von der Performance über Institutionen, über Malerei und Schreiben und ja Fotografie eigentlich recht bunt also alles was irgendwie kreativ ist das reißt mich auch dann irgendwie.
00:31:40: ne und da kann ich eben meine Emotionen ganz gut mitteilen.
00:31:43: oder wenn ich mal einen so ein Loch einfalle irgendwie ist für mich auch immer hilfreich dann in diesem Moment auch ein Bild zu malen und meine Emotionen auf der Leimbahn so bisschen rauszulassen.
00:31:52: Entstehen
00:31:53: dann auch größere Wandbildungen?
00:31:54: Genau, entstehen auch genau oder was ich auch gerne mache seit einigen Jahren dass ich mit Stacheldraht arbeite weil ich da eben sage ich mal die Grenzen zeigen kann.
00:32:05: Kann
00:32:06: man das irgendwo draußen sehen?
00:32:08: oder sind das alles innenarbeiten?
00:32:10: Ne inneninn ja.
00:32:12: Sie machen gelingliche Ausstellungen.
00:32:14: Ja, ich mache Ausstellung auch.
00:32:16: Wo kann man sich das nächste Mal sehen?
00:32:17: Es gibt noch keinen genauen Plan.
00:32:19: Wahrscheinlich werde ich Ende des Jahres wieder in Dortmund und im Wilhelm Hansmann Haus eine Kleinigkeit ausstellen, sag' ich mal.
00:32:25: Zuletzt war ich in der Batze als Ofen bei einer Ausstellung dabei oder so.
00:32:30: Aber jetzt was genaues?
00:32:31: Wir können schon eine genaue Einzelausstörung ist momentan nicht geplant.
00:32:35: Aber
00:32:35: es kommt auf jeden
00:32:36: Fall wieder etwas.
00:32:38: Alles klar!
00:32:38: Vielleicht auch mal den Herd...
00:32:40: Ja, ja, ja.
00:32:41: Wäre ja auch was.
00:32:42: Dann
00:32:42: kommen wir gerne auch nochmal vor.
00:32:43: Also
00:32:44: Herden habe ich auch schon rausgestellt.
00:32:45: Ja, in der Klinik geben.
00:32:48: Haben
00:32:49: die da bestimmte Räume oder ist das dann auf den Gängen?
00:32:52: Auf dem Gängen auch.
00:32:54: Wir haben aber auch einen Schloss herrten und da sind nochmal andere Raumlichkeiten, die man nutzen könnte.
00:33:01: Und da im Schloss haben wir auch mal bei einer Pflegefachttagung der Performance aufgeführt also gemeinsam mit Patienten auch.
00:33:08: Oder waren bestimmt zwölf Patienten, die da mitgemacht haben oder so und die dann auf der Bühne standen und mit mir eine Performance gemacht haben.
00:33:16: Eine Kunstperformance?
00:33:17: Ja genau!
00:33:18: Wie sah die aus?
00:33:19: mit Farben oder mit Musik und irgendwelchen anderen... Musik
00:33:22: war dabei.
00:33:23: ja.
00:33:23: also wir haben versucht ein bisschen den Weg darzustellen wie komme ich in eine Klinik hinein, wie läuft es da ab und wie gehe ich wieder raus?
00:33:32: das haben wir versucht in einer Performance kurz zu schildern sage ich mal irgendwie ne
00:33:37: Also eher so ein Schauspiel-Ding.
00:33:39: Ja, Richtung Schauspielen und haben noch ein Lied gesungen zum Schluss gemeinsam und so.
00:33:45: Ich dachte in Richtung Action Painting?
00:33:46: Achso,
00:33:47: nee, Action Painty nicht mehr!
00:33:49: Das haben wir nicht gemacht.
00:33:50: Aber trotzdem in vielen Kunstrichtungen unterwegs.
00:33:52: Gibt's
00:33:52: da irgendwas was Sie nochmal ausprobieren wollen als Künstler auch?
00:33:57: Also ich mich kratze eigentlich am meisten immer so Installationen und das ist immer schwierig dafür Räumlichkeiten zu finden.
00:34:03: Ideal sind dann immer irgendwelche Abbruchhäuser die irgendwann abgerissen werden wo man dann eben die Wände so bearbeiten kann, dass man die ruhig beschädigen darf und keiner sagt was.
00:34:13: Also es ist mal Problem solche Räumlichkeiten zu finden.
00:34:18: Gut ja ich würde sagen das war's schon.
00:34:22: Ja
00:34:22: danke schön.
00:34:24: Vielen Dank erstmal, dass ihr bei uns waren.
00:34:26: der Podcast Lebenstiefe läuft bei NRVsion
00:34:30: oder anderen bei
00:34:31: Radio Fest und ja kann man im Web Ganz normal sich anhören wie gesagt auch nett mit Musik dazwischen
00:34:39: schöne Gespräche
00:34:40: und lohnt es sich auf jeden Fall mal reinzuhören.
00:34:42: Auch wenn man vielleicht gar nicht selbst betroffen ist, aber das ist glaube ich auch was... Ich sag mal für Leute die im Angehörigenkreis Worldwide
00:34:49: Menschen haben
00:34:52: hilft auch den Helfern sozusagen.
00:34:54: Ja würde ich auch sagen ja!
00:34:55: Alles klar?
00:34:57: Ja dann vielen Dank dass Sie hier bei uns waren.
00:34:59: Ja
00:34:59: gerne!
00:35:00: Und danke dir Harald.
00:35:01: Ja bitte sehr und danke fürs kommen.
00:35:04: Und danke euch da draußen fürs Zusehen und zu hören.
00:35:07: Bis zum nächsten Mal, tschüss!
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