Spezial: Herten mit und ohne Bergbau - Gast: Peter Kitzol-Kohn - Hömma, Herten

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00:00:00: Wie kam der Bergbau nach Herden und was, wenn das gar nicht passiert wäre?

00:00:05: Hörmerherden,

00:00:06: das Spezial.

00:00:11: Und damit herzlich willkommen zu einer Spezialausgabe von Hörmerherden.

00:00:15: Heute mit Peter Gezalkon als Gast herzlich willkommen.

00:00:19: Danke schön.

00:00:20: Außerdem mit dabei mein Kollege Joachim Schmidt.

00:00:21: Hallo.

00:00:22: Und mein Name ist Stefan Korte.

00:00:24: Und wir sprechen heute über den Bergbau.

00:00:26: Der ist jetzt fünf, zwanzig Jahre schon nicht mehr in Herden, seit zehn Jahren nicht mehr in Mahl.

00:00:31: Und ja, spätestens vor zehn Jahren, zu Jahrzehnten, ist diese Ära komplett hier zu Ende gegangen.

00:00:36: Und das ist Anlass genug, einmal noch mal zurück zu blicken und zu gucken, warum ist es überhaupt so weit gekommen?

00:00:43: Wie hat sich das entwickelt?

00:00:44: Und wie ist vor allen Dingen Herden daraus entstanden?

00:00:46: Weil Herden an sich, so wie wir es heute kennen, das gab es damals noch gar nicht, bevor der Bergbau da war.

00:00:52: Ja, Herr Kitzler Kohn.

00:00:54: Stellen wir Sie erst mal vor.

00:00:56: Verraten Sie erst mal, wer sind Sie, was machen Sie?

00:00:59: Ja, mein Name ist Peter Kitzolkohn.

00:01:02: Ich bin in Herden geboren, bin dort zur Grundschule oder Volksschule, hieß es damals noch gegangen, dann später habe ich, bin ich dann aufs Gymnasium gewechselt bis zur mittleren Reife und danach Ich wollte keinen Abi machen.

00:01:21: Irgendwie passte das alles nicht und dann habe ich eine Lehre gemacht als Starkstrom-Elektriker auf der Zeche Generalbloomtal in Recklinghausen.

00:01:30: Das war siebensechzig bis Anfang einsehbzig und habe dann noch ein halbes Jahr dort gearbeitet unter Tage als Revierelektriker.

00:01:42: und Dann kam die Bundeswehr, damals galt die Wehrpflicht ja noch, die achtzehn Monate.

00:01:49: Und da ich wieder nicht ohne Geld sein wollte, habe ich dann gesagt, okay, dann gehe ich zur Bundeswehr und möchte auf jeden Fall studieren.

00:01:59: Das hat dann mit der Offizieausbildung und dem Studium der Luft- und Raumfahrtechnik in München, Neubieberg, dann geklappt.

00:02:10: Und danach bin ich dann ein bisschen durch Deutschland gewandert in der Luftfahrzeugtechnik.

00:02:15: Ich habe dann zwischenzeitlich während meiner Bundeswehrzeit sieben, achtzig geheiratet, habe meinen Hausstand allerdings damals schon in Herden gegründet.

00:02:25: und weil meine Frau auch aus ist gebürtige Malerin, aber mit vierten Lebensjahr ist in Herden gekommen und Aus beruflichen Gründen, sie war Lehrerin, konnte nicht so ohne weiteres versetzt werden.

00:02:41: Und wenn wir dann versetzt worden wären, dann wäre ich schon wieder am nächsten Standort gewesen.

00:02:48: Also das war die Schwierigkeit, damals haben wir Erden gemacht.

00:02:51: Und daraus sind dann insgesamt zwanzig Jahre geworden in verschiedenen Tätigkeiten.

00:02:57: Ich war ingenieurmäßig sehr ... stark involviert für die Hubschrauber-Bell-Ober-Ua ins D, das waren diese Teppichklopfer und vom Geräusche an.

00:03:09: Und

00:03:11: stand später zum Schluss war ich für Ausbildung und neue Datenverarbeitungsprogramme und so weiter für die Konzeption, dafür zuständig, nicht für die Umsetzung.

00:03:24: Wie kam es denn dann zu ihrem großen Interesse an der Geschichte?

00:03:28: Das muss ja auch da irgendwann entstanden sein, oder?

00:03:31: Ja,

00:03:31: irgendwann habe ich in der Zwischenzeit gesagt, ja, was mich interessiert, ist eigentlich die Scherlebäckergeschichte.

00:03:39: Wie ist was entstanden, was ist da passiert?

00:03:43: Und ich habe dann nach meiner Bensionierung, habe ich dann den Arbeitskreis Scherlebäckergeschichte gegründet, der monatlich eigentlich tagt.

00:03:53: Mittlerweile sind wir bei hundertseinundseinhalb Tagen, die wir gemacht haben.

00:03:58: und haben versucht, alles mal so ein bisschen aufzuarbeiten, zu gucken, wie ist Scherleböck überhaupt entstanden, was waren die Knackpunkte in der Geschichte, wie hat sich nach den Kriegen der Ortsteile entwickelt.

00:04:16: Das ist eigentlich eine spannende Geschichte und im Zuge dessen bin ich dann natürlich auch von dem Uwe Hauschild damals angesprochen worden, ob ich nicht bei dem Geschichtskreis Schlägel und Eisen mitmachen wollte.

00:04:28: und ja die Zeche in Scherleböck gehörte ja auch zu Schlägeln und Eisen.

00:04:33: und um da noch mehr Informationen zu bekommen, ja, war ich dann da mit dabei.

00:04:41: Und inzwischen sind Sie sowas wie ein wandelndes Lexikon, ne?

00:04:43: Wenn man Sie was fragt nach, was war... Zum Beispiel, wenn ich Sie fragen würde, was war... Nicht sagen?

00:04:54: Oh, keine Ahnung.

00:04:55: Nein, dann würde ich nicht sagen.

00:04:56: Dann würde ich jetzt sagen, das Jahr kann ich jetzt nicht genau definieren, was los war.

00:05:00: Aber wir stecken in den Anfängen.

00:05:03: Achtzehn-Zwohn-Siebzig kam der Bergbau mit Ewald mit der Gründung von Ewald.

00:05:09: Achtzehn-Zwohn-Siebzig auch Schlägel und Eisen in Düsseln, wo man heute ja gar nicht mehr weiß, dass da auf diesem riesigen Gelände, wo heute der Baumarkt Aldi und noch weitere sind, mal einen riesen Zechengelände, mal mit einer eigenen Ziegelei und solche Sachen.

00:05:27: Ja, die Straßennahme erinnern noch dran, die Zechenstraße zum Beispiel, die hinter diesem Komplex ist, auch wenn es ein sehr kleines ist.

00:05:33: Das

00:05:33: war ja auch auf Schlägel und Eisen, den langen Bochum.

00:05:36: heißer Kampf mit dem Bürgermeister.

00:05:38: Wie sollen denn da die Straßen benannt werden?

00:05:41: und wir haben uns dann, Gott sei Dank, durchsetzen können, dass sie Bergbau-Charakter hatten.

00:05:47: Glück aufringen und Flötskretchen und solche Sachen.

00:05:52: Mit

00:05:52: welchem Bürgermeister mussten Sie sich da zoffen?

00:05:56: Das war damals der Uli Petzl.

00:05:59: Also aber das war nicht, es ging um die Sache.

00:06:03: Es

00:06:03: war kein Krieg.

00:06:03: Und

00:06:04: war kein Krieg.

00:06:04: Es war wirklich eine sachliche Diskussion, was denn da gemacht werden sollte.

00:06:09: Können

00:06:10: wir vielleicht, wo wir gerade schon im neunzehn Jahrhundert waren, kommen wir jetzt mal zu den Anfängen.

00:06:16: Wenn wir ganz weit zurückgehen ins Mittelalter, tausendfünfzig, das war das Jahr, wo Härten das allererste Mal erwähnt wurde.

00:06:23: Härtene, hieß es damals, in der Abteil Werden gibt es... Werden an der Ruhr, da gibt es ein Dokument, wo das im Heberregister drin steht.

00:06:31: Und Erden war dann wirklich fast tausend Jahre lang relativ dörflich.

00:06:36: Die ganzen Stadtteile, die es drum herum, die heute zu Härtenfest dazugehören, die gab es damals nicht als Stadtteile, sondern als Dörfer, Ortschaften, Siedlungen.

00:06:45: Und so richtig losging es dann erst im XIX Jahrhundert, bräustisches Reich und so weiter.

00:06:52: Da gehörte Herden dann ja auch irgendwann dazu.

00:06:54: Herden ist ja auch immer wieder gewechselt, mal gehörten so zu Köln, mal zu Arndt, mal zu anderen Kurfürstentümern und ähnlichen.

00:07:00: Und dann war es in den Achtzehntenhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsundhundertsund

00:07:21: gemacht hat, um zu schauen, ab wie viel Meter finden wir denn entsprechend die Kohlenflöte.

00:07:28: Und kurze Zeit später fing man dann auch im Herdner Norden an.

00:07:33: Und wenn man weiß, es ist ja nicht so, dass eine Schicht über der anderen ist, sondern dass irgendwie durch geologische Einflüsse und so weiter, sich die einzelnen Schichten verschoben haben.

00:07:48: Es gibt da Sprünge drin, es gibt da auch...

00:07:53: Manche Flöte laufen auch ja irgendwann aus.

00:07:55: Laufen aus, so ein bisschen, aber eigentlich, ja, es gibt ungefähr über dreißig Flöte, die übereinander sind.

00:08:05: Man muss vielleicht für heutige Leute noch sagen, was ist überhaupt ein Flöts?

00:08:10: Ein Flöts ist eigentlich eine Kohleschicht.

00:08:12: Genau.

00:08:12: Die kann durchsetzt sein mit kleineren Gesteinschichten.

00:08:18: Die nennt man dann Berge, die dann später rausgeholt wurden.

00:08:23: Ursprünglich hat man ja versucht, die wieder unten zu lassen, wieder einzublasen.

00:08:29: Das wäre natürlich schön, weil dann die Erde nicht so viel nachsagt.

00:08:33: Ja, sie würde nachsacken, aber nicht so stark.

00:08:37: Genau.

00:08:38: Aber wir hätten die Halte hoher warten nicht, zum Beispiel.

00:08:40: Ja,

00:08:40: aber wir hätten nicht.

00:08:42: Heute hätten wir dieses tolle Aussichtsgebirge eigentlich nicht.

00:08:48: Das ist richtig.

00:08:49: Das ist ja eine der größten Veränderungen im Erdener Süden, was ja ursprünglich eigentlich mehr durch den Emschar, durch die Emschar ein Sumpfgelände war oder recht feucht war.

00:09:02: Wie muss man sich das denn dann vorstellen, wenn die damals gebohrt haben?

00:09:06: Wie hat man überhaupt herausgefunden, wo man bohren muss?

00:09:08: Wie sind die auf Herden gekommen?

00:09:09: oder auf das Herdner Gebiet, sag ich mal?

00:09:11: Ja, man wusste einfach, dass sich die Kohle schichten oder Flöte usw.

00:09:20: weiter erstrecken in den Norden rein, dass sie so ein bisschen runtergehen, aber die Schwanken so ein bisschen.

00:09:26: den höchsten Punkt haben wir ja bei dem Sattel, den wir haben hier, wo die Wassertürme drauf stehen.

00:09:34: Da ist so ein Riesenberg, der fällt dann zu.

00:09:36: Auguste, Victoria, nach mal wieder ein bisschen ab.

00:09:41: Aber ja, man musste gucken, wo findet man was in dem Bereich.

00:09:47: Aber es war im Grunde klar, dass man, also heute würde man sagen, auf Öl sitzt.

00:09:51: Man saß auf einem Brennstoff.

00:09:53: Ja,

00:09:53: man wusste bloß nicht, wie tief sind.

00:09:58: Was muss man da drüber machen?

00:10:00: Und bei dreihundertfünfzig Meter hat man also dann schon die erste Kohleschicht erbohrt.

00:10:08: Und das ging dann weiter runter und man hat so, wir haben noch eine alte Karte, Bergbaukarte, wo die Punkte auch eingezeichnet waren oder eingezeichnet sind, wo man gebohrt hat.

00:10:24: Das waren nicht so viel, das waren so zwei, drei Bohrungen und da hat man gesagt, ja okay, das sieht gut aus, das passt und hat dann entsprechend einen Schacht abgetäuft.

00:10:36: Wobei eben ganz wichtig ist, dass viele Zechen sind immer auf Ortsgrenzen gesetzt worden.

00:10:45: In Scherlebäck ist es ganz eindeutig, da ging das Gebiet von Disteln bis zur Polsummer Straße und dann kam Scherlebäck.

00:10:54: Und genau auf die Grenze hat man die Schachtanlage

00:10:57: gesetzt.

00:10:58: Und warum?

00:10:59: Ja, ganz einfach.

00:10:59: Da konnte man in den Verhandlungen mit den Gemeinden die eine mit der anderen so ein bisschen ausspielen.

00:11:06: Nach dem Motto, wie kriegen wir das am besten hin?

00:11:09: und so weiter.

00:11:11: Das hat damals recht gut funktioniert.

00:11:14: Und es gab ja auch ein prossisches Gesetz von achtzehntenhundertsiebzig, auch schon, was die Firmen oder Gewerkschaften damals beachten mussten.

00:11:26: Wenn sie eine Zeche anlegen wollten, dann mussten sie letzten Endes auch eine Kolonie für die Arbeiter machen.

00:11:33: Das war eine Geschichte, die zweite Geschichte war, dass man gewisse Abgerben machen musste für die Kirche und für die Schulen.

00:11:42: Und drittens war die Polizeistation, die auch eingerichtet werden musste.

00:11:49: Preußen, ne?

00:11:50: Die haben, da war ja alles Polizei, ne?

00:11:52: Unsere Begriffe heute wie Baupolizei und so weiter kommen noch aus der oder Gesundheitspolizei, kommt noch aus dieser preußischen Zeit als der Polizeikommissar oder Inspektor, der in den einzelnen Ortsteilen war, eigentlich für alles verantwortlich war.

00:12:12: Er hatte für das Einwohnermilderamt, hat einen Gemeindesekriter gehabt, aber er war der Verantwortlicher.

00:12:20: Das heißt ja, dass die Zechen von vornherein schon so die Aufgabe hatten.

00:12:23: Wenn ihr irgendwo jetzt ein neues Bergwerk errichtet, dann müsst ihr quasi dafür sorgen, dass da auch eine kleine Stadt drum herum entsteht.

00:12:30: Wenn

00:12:31: nicht eine Stadt entsteht, sondern einfach war ursprünglich, dass eine Kolonie gebautlose und Siedlung gebaut wurde für die Leute.

00:12:41: Und da haben wir in Herden eine ganze Reihe.

00:12:44: Ich habe das ja in meiner Bergbaukarte auch mal so ein bisschen aufgezählt, dass man das nachvollziehen kann.

00:12:50: Und rundherum haben sich dann die Kaufleute angesiedelt.

00:12:56: In erster Linie waren das immer erst die Fuhrunternehmer.

00:13:01: Und da die ja Pferd und Wagen hatten, konnten die auch Material ranbringen.

00:13:06: Und deshalb hat die Ehefrau dann meistens ein Geschäft aufgemacht.

00:13:10: Das ist ganz klar.

00:13:13: nachzuweisen, dass es so war und hat auch funktioniert.

00:13:19: Ich bin in so einer Kolonie aufgewachsen.

00:13:21: Damals sagte man auch noch Kolonie.

00:13:24: Das war in Sudawich und es gab sozusagen den Dorfkern.

00:13:27: Das war genauso da, wie Sie das beschrieben haben.

00:13:30: Der alte Dorfkern war ein ganzes Stück weg von der Zeche und von der Kolonie.

00:13:36: Und es gab sogar zwei Sportvereine, den Arbeiterverein und den eher westfälisch geprägten Dorfverein.

00:13:44: Und das ist, glaube ich, in vielen Gegenden dann so gewesen.

00:13:48: Es waren dann auch sehr stark die Führungskräfte der Zechen, die gesagt haben, lasst uns mal einen Verein gründen, ob das Gesangverein war, Sportverein.

00:13:59: In Schalbeck gab es ursprünglich einen Wanderverein.

00:14:02: der dann nachher auch eine Tourner Abteilung hatte.

00:14:06: Später sind die ja dann zusammengeschlossen worden.

00:14:09: Das war aber auch so ein Ergebnis des Dritten Reiches, weil man die Vereine unter Kontrolle haben wollte und dann hat man gezwungen, dass sie zusammengehen und mit ihrem Sport gruschen, dann auch den Funktionär bezahlen konnten.

00:14:25: Und der Funktionär sollte ein bisschen auf Linie sein.

00:14:27: Der

00:14:27: war immer auf

00:14:28: Linie.

00:14:30: Wenn wir noch mal ins Ninzehnt-Hundert zurückgehen, Härten hatte ja bevor der Backbau kam, ich glaube so ca.

00:14:37: acht bis neunhundert Einwohner offiziell, also so viel wie heute ja auf einer Hausnummer null bis hundert Wohnungen.

00:14:46: Und dann explodiert es mit den Kolonien zum Beispiel.

00:14:49: Da kam ja sehr viel und.

00:14:51: Da entstanden dann nach und nach jetzt die Stadtteile.

00:14:54: Ja, die

00:14:55: heutigen Stadtteile, wo es ja früher so war, da gab es eben das Amt Herthen oder die Gemeinde Herthen, die aber nur aus kurig Herthen und so ein bisschen, ja, da ist eigentlich schon Schluss bestand.

00:15:11: Und dann gab es die Bauernschaften Ebbelig, Langbochum, Scherlebeck, Düsseln.

00:15:19: Die gehörten zum großen Gemeindeverband der Landgemeinde Recklinghausen-Land mit Sitz in Recklinghausen.

00:15:28: Ja, wenn man das heute hört, eine Dorflangenbuchung, heute einen richtigen ... Ja, so ein obanes Gebiet.

00:15:35: Das

00:15:35: ist fast schon eine eigene Stadt.

00:15:38: Ja, und

00:15:39: zum Beispiel die Feldstraße, die da herführt, die hat ihren Namen wirklich auch aus der Zeit.

00:15:44: Da waren einfach nur Felder und sonst

00:15:45: nix.

00:15:45: Ja, da führte man einfach aus Feldern.

00:15:47: Man hat ursprünglich die Straßen immer benannt nach dem Ort, wo sie hingeführte.

00:15:52: Da gab es die Straße von Recklinghausen nach Polsum.

00:15:56: Die wurde dann später zur Polsumer Straße.

00:15:59: Und auch viel später kam erst die Hausnummer.

00:16:02: Ursprünglich waren ja die ganzen Bauernschaften durchnummeriert nach Entstehung der einzelnen Häuser.

00:16:09: Nur, wenn man das mit über hundert Häusern machen muss, wie es dann mit Schellebeck in der Kolonie war, da hat man die nicht gefunden.

00:16:21: Und deshalb ist dann so um Ninzehundert acht, hat man dann die Hausnummern eingeführt.

00:16:27: Straßennamen und Hausnummern.

00:16:29: Das heißt, davor gab es auch noch gar nicht.

00:16:31: Auch in Trillen wusste ich auch noch nicht.

00:16:32: Nein,

00:16:32: nein, da gab es nur die Bauernschaft und die entsprechenden Häuser hatten ein Nummer.

00:16:40: Gut, wir haben ja schon über Scherleberg gesprochen.

00:16:43: Es war ja eine Wiese.

00:16:45: mehr oder weniger ein Feld, bevor der Bergbau kam.

00:16:48: Wie waren da so die ersten Schritte, was man da gemacht?

00:16:51: Ja, als erstes kam letztendlich ein Bordtrupp, der entsprechend den Schacht abgetäuft hat.

00:17:01: Dann gab es fiefige Leute, die gesagt haben, oh Mensch.

00:17:06: Da wird eine Zeche abgetäuft, da mache ich eine Kneipe auf.

00:17:10: Und der hat dann sofort als erstes hat er eigentlich mehr eine Kantine gemacht für die Verpflegung der.

00:17:16: Und daraus wurde dann eine Gastwirtschaft, so wie ein Scherlebäck, die ursprünglich die Gastwirtschaft schrickelt.

00:17:24: Das war auch ganz interessant.

00:17:26: Das war der Gemeindesekriter, weil der hatte sehr früh mitgekriegt, dass da was gebaut werden soll.

00:17:33: Hat er gesagt, okay, mache ich das auch.

00:17:35: Also dann nach ein paar Jahren dann verkauft, aber dann war die schon gutgehend.

00:17:40: Ist das nicht Korruption?

00:17:42: Insiderwissen, wenn man heute an der Börse

00:17:43: ist.

00:17:44: Ja, heute wird man sagen Insiderwissen.

00:17:46: Genau.

00:17:47: Aber damals funktionierte so was, das war glaube ich für manche dann eine einfache Zeit, um Geld zu verdienen und

00:17:54: was

00:17:54: aufzubauen.

00:17:55: Ja klar, aber es war auch schwierig.

00:17:57: Die Kolonialwarenhändler, die hatten schon Schwierigkeiten, weil die Zeche für die Kolonie auch einen Konsum eingerichtet hatte.

00:18:07: Und dadurch beklagten die sich, dass freie Unternehmertum da nicht besonders gefördert würde durch.

00:18:14: Und dieser Konsum ist aber dann pleitegegangen als drei bei einem großen Bergarbeiterstreik von den Bergleuten, da man das Geld vom Lohn abgehalten wurde.

00:18:30: Und dann hatten die gar nix.

00:18:32: Damals war ja eigentlich immer noch so in den Geschäften das Anschreiben üblich, ne?

00:18:37: Das kennt ihr heute auch.

00:18:39: Das war auch in meiner Kindheit.

00:18:40: Ja,

00:18:40: wir kennen das noch, aber heute kennt das keiner

00:18:43: mehr.

00:18:43: Ja, heute gibt's dann so Dienste, wo man sich Kredite aufnimmt oder so, so Klana oder wie alle heißen.

00:18:49: Also es kommt wieder zurück nur auf eine andere Art und Weise.

00:18:52: Genau.

00:18:52: Und

00:18:52: mit Zinsen heute.

00:18:53: Das vor allen Dingen, das hat Herr Kaufmann damals ja nicht unbedingt gemacht.

00:18:56: Nee, beim Anschreiben zumindest, wenn das so beim Metzger und so war, nicht.

00:19:01: beim Metzger haben, beim Bäcker sehr stark, jetzt sind auch viele da durch Pleite gegangen, dass sie keine Mittel mehr hatten und die Bergleutaten auch kein Geld.

00:19:12: Das reichte meistens wirklich nur von Wochen, weil ja meistens Wochen-Tüten, die die damals noch hatten.

00:19:19: Ich glaube ja,

00:19:20: also

00:19:20: Lohntüten.

00:19:21: Es gab Wochen-Lohnen und so weiter.

00:19:23: Und

00:19:23: die reichten dann bis Freitag oder was?

00:19:26: Ja,

00:19:26: je nachdem.

00:19:28: die einen konnten gut wirtschaften, die anderen nicht so gut.

00:19:32: Und wenn der Papa zu viel Sprit getankt hat im Kolonialwagen, Kneipen, Gemischladen.

00:19:40: Das hört man ja auch immer wieder, dass dadurch so Probleme entstanden.

00:19:43: Der Weg nach Hause mit den vielen Kneipen, der hat vielen finanziellen Weg getan.

00:19:48: Ja, aber es gab damals auch von den Zechen ganz klare Auflagen, dass keine Kneipe direkt vor dem Zechentor eröffnet werden durfte.

00:19:58: Es muss ein Stück weg sein.

00:20:00: Die Kolonien selber waren auch immer ein Stück von der Schachtanlage entfernt.

00:20:05: Damit wollte man verhindern, dass bei Unglücksfällen, die damals ja noch sehr häufig vorkamen und so weiter.

00:20:11: Sofort alle Familienangehörigen und so weiter.

00:20:15: Sofort dahin stürmen,

00:20:16: versammeln.

00:20:18: Das sieht man ja sehr gut in der Entwicklung mit Zecher Ewald.

00:20:22: Das Gelände kennt man ja, wo die entstanden ist.

00:20:23: Aber die Erster Kolonie ist ja quasi so südlich der heutigen Innenstadt entstanden.

00:20:28: Also so Richtung, was ist das?

00:20:29: Elisabethstraße und so diese ...

00:20:31: Karlstraße da unten.

00:20:34: Die erste Elisabethstraße war auch relativ früh, aber ... Da kann ich die Daten nicht aus dem

00:20:40: Kostüm füllen.

00:20:40: So Pimal Daumen auf jeden Fall.

00:20:41: Aber es ist quasi von der Stadtmitte aus gewachsen in den Süden hinein.

00:20:46: Wobei dann als, äh, achtzehn, achtundneunzig die Gewerkschaft Tibernia, Schläge und Eisen, die man noch mal hat, äh, da...

00:20:57: Und jetzt, jetzt noch mit Kleinigkeit.

00:20:59: Wir hatten ja gerade schon Flöts erklärt.

00:21:00: Gewerkschaft muss man, glaube ich, auch erklären.

00:21:03: Das ist nämlich nicht wie heute die

00:21:05: Gewerkschaft, sondern die damals Gewerke

00:21:08: von Gewerke

00:21:09: abgeleitet.

00:21:13: Eigentlich sowas wie eine Kapitalgesellschaft.

00:21:16: Also wäre heute sowas.

00:21:19: Das

00:21:19: waren die Vorläufe von den Aktiengesellschaften.

00:21:22: Man

00:21:23: musste um damals in eine Gewerkschaft zu gehen.

00:21:26: Im Grunde Millionär sein.

00:21:29: Also nach heutigen Mast.

00:21:31: Ja, also sie waren bei der Gewerkschaft Tibernia, die in Langenbuch im Schlägel und Eisen übernommen hat, ne?

00:21:36: Ja.

00:21:38: Wie ging's dann weiter?

00:21:39: Genau.

00:21:40: Gute Frage.

00:21:41: Ja, und da gab es den Berchardt Behrens, der war also sehr stark bemüht, auch seine Belegschaft zu halten, hat deshalb in die Kolonien investiert.

00:21:55: Und dann hat er auch sehr stark darauf geachtet, er wollte unbedingt die Schachtanlage Schlegeln und Eisen VVI Scherlemick als Musteranlage ausbauen.

00:22:08: Dadurch haben wir eine sehr große Kolonie gefunden, wo die Grundstücke sehr groß waren.

00:22:15: Vier Familienhäuser waren zwar bescheinende Quadratmeter, da waren drei Räume mit sechzehn Quadratmeter oder sowas, die zur Verfügung standen.

00:22:27: Das war natürlich nicht viel, bei den vielen Kindern, die es damals auch noch gab.

00:22:33: Aber es sollte eine Mustersiedlung werden und dazu haben wir auch dann in Scherdebecken einen wunderschönen großen Park gekriegt mit so Musikpavilion drin, wo dann die Bergkapelle sonntags morgens zum Frühkonzerte aufgespielt hat.

00:22:50: Man hat schon sehr viel gemacht für die Belegschaft.

00:22:54: Das sieht man auch nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:22:58: Da gab es auf Schlägel und der Eisen auch ein eigenes Waschhaus, wo die Frauen mit ihrer Wäsche kommen konnten und die Waschmaschinen da bereit standen.

00:23:06: Und wenn sie dann fertig waren, haben sie die wieder mitgenommen nach Hause.

00:23:10: Da haben wieder andere daran verdient, dass sie die Leute dann mit ihrem Auto gefahren haben und solche Sachen.

00:23:17: Wo kamen eigentlich die Leute her, die nach Herden gekommen sind?

00:23:22: Da gibt es ja einige Herkunftsländer und Gegenden und ich glaube am Anfang waren es auch hier so einfach westfälische Arbeitskräfte, die...

00:23:29: Das waren von den Bauernhöfen waren es natürlich Leute, die alle da nicht genug Arbeit hatten.

00:23:36: Und

00:23:37: das reichte aber bald nicht mehr aus.

00:23:38: Das reichte nicht aus.

00:23:40: und dann hat man zum Beispiel in Scherleberg für den Bau der Kolonie viele Italiener geholt.

00:23:46: Die haben also die Kolonie gebaut damals.

00:23:49: Und heute eine Eisdiele.

00:23:51: Genau.

00:23:52: Eine gibt's noch.

00:23:53: Genau.

00:23:53: Und dann kamen zwei große Gruppen.

00:23:57: Es kam aus dem Posener Raum.

00:24:00: Arbeitskräfte.

00:24:01: Und es kamen aus der Ostpreußen.

00:24:04: Die Ostpreußen waren im Regelfall alle protestantisch.

00:24:08: Die Posener waren streng katholisch, wollten aber auch noch ihre polnische Sprache weiterhin pflegen.

00:24:15: Deshalb gab es Sonntags auch in der katholischen Kirche in polnischen Gottesdiensten.

00:24:20: Das war damals üblich.

00:24:21: Allerdings auch die Pasteure waren da ein bisschen immer skeptisch, ob die das auch alles so richtig machen, weil die Sprache auch nicht kann.

00:24:29: Aber da haben große Verdienste gehabt, die Franziskana aus Stuckenbusch.

00:24:35: Die haben rundherum sehr stark die polnisch-sprechende Bevölkerung da entsprechend betreut.

00:24:42: Schon verrückt, ne?

00:24:43: Ja.

00:24:44: Und manches bleibt bis heute übrig.

00:24:45: Also polnische Gottesdienste kenne ich immer noch, in der katholischen.

00:24:48: Genau, in Mal wird es noch zelebriert sozusagen und es wird auch immer noch gut besucht.

00:24:53: Also diese Tradition wird aufrechterhalten.

00:24:56: Über die Jahrzehnte kamen dann ja noch aus ganz vielen anderen Ländern Leute hinzu, weil halt, ja, Arbeiterbanger hergestanden.

00:25:03: Was haben wir denn noch?

00:25:05: Wir hatten also Tschechen, die gekommen sind.

00:25:09: Jugoslawien damals sind viele Arbeitskräfte noch hierher gekommen und dann später auch in den sechziger Jahren die Türken, die man dann geholt hat.

00:25:20: Das war eigentlich die größte Gruppe.

00:25:23: Die Griechen hat man nicht geholt für den Bergbau und die haben in Herden bei Hertha gearbeitet.

00:25:29: Warum

00:25:29: das so aufgeteilt ist, ist wirklich kurios.

00:25:32: Aber es ist ja genauso.

00:25:33: Man hat das so assoziiert.

00:25:35: Griechen, Hertha,

00:25:36: Türken,

00:25:37: Zeche.

00:25:37: Ja,

00:25:37: aber bei Griechen und Türken haben sich nie gut verstanden.

00:25:41: Da haben sie auch recht.

00:25:42: Da muss man berücksichtigen und daraus ist es entstanden.

00:25:45: Und

00:25:45: bevor es unter Tage eine Keilerei gibt,

00:25:48: hat man da drauf verzichtet.

00:25:51: Witzig.

00:25:53: Ja.

00:25:53: Und leider ansprechen muss man ja auch, es gab ja in den neunzehnhaldreißiger Jahren nicht nur Leute, die freiwillig hingekommen sind.

00:26:01: Es kamen natürlich mehr mit dem Krieg, kamen dann auch die Zwangsarbeiter, die man beschäftigt hat.

00:26:08: Da gibt es eigentlich zwar schon Bruchstücke an Informationen drüber, aber ich habe zum Beispiel nie eine Liste gefunden.

00:26:19: wie viel von den Zwangsarbeitern sind denn unter Tage verunglückt.

00:26:24: Und sind vielleicht sogar unten geblieben, weil man gesagt hat, die nehmen wir nicht, holen wir nicht raus.

00:26:30: Weil man ansonsten versucht man ja alles, dass man die Bergleute zumindest noch wieder rauskriegt, auch wenn sie tödlich verunglückt sind.

00:26:40: Ja gut, in den dreißiger Jahren hat man vieles unter den Teppich gekehrt.

00:26:42: Bisschenweise nicht dokumentiert, was nicht seinen Durfte sozusagen.

00:26:47: Aber nur der Vollständigkeit halber wollte ich das auch mal mit erwähnen, weil das glaube ich viele Leute auch

00:26:51: nicht.

00:26:51: Ganz wichtig, ne?

00:26:52: Den ist das auch nicht so bewusst, das waren Tausende, ne?

00:26:54: Also das war jetzt nicht nur eine Handvoll Menschen.

00:26:56: Ja, das waren schon eine ganz.

00:26:58: das Zwangsarbeiterlager in der langen Bohrung, das war recht groß, ne?

00:27:05: Wo stand das

00:27:06: da?

00:27:06: Wo heute das Kardinal von Galenheim steht, das Altenheim steht da.

00:27:11: Und das war groß, daneben war auch noch ein Tricks gefangenen Lager.

00:27:17: Die mussten teilweise auch im Bergbau arbeiten.

00:27:20: Weiß

00:27:20: man, ob man die auch so ähnlich wie Menschen im Konzentrationslager behandelt hat, also auch so ausgehungert hat?

00:27:27: oder wurden die schon eher als Arbeitskraft gesehen, die man auch verpflichtet und so?

00:27:32: Man hat sie schlecht verpflichtet.

00:27:34: Also

00:27:34: das muss man schon sagen.

00:27:36: Und auf dem Friedhof in Langbohem, auf dem Kommunalfriedhof da Scherlebeck lang Bohem liegen eine ganze Reihe.

00:27:44: von den Zwangsarbeitern, die hier umgekommen sind.

00:27:47: Weiß man was drüber, wie die deutschen Bergleute auf ihre Kumpel reagiert haben?

00:27:53: Das ist so ein bisschen schwierig.

00:27:56: Nach dem Krieg würde ja nie einer zugeben, dass er entsprechend die misshandelt hat oder sonst was.

00:28:05: Das haben die

00:28:07: Leute nur berichtet, was sie den Gutes gemacht haben, dass sie den die Kartoffelschalen über den Zaun geschmissen haben und solche Sachen.

00:28:15: Also da bin ich sehr skeptisch, wenn ich solche Sachen höre.

00:28:19: Und die Brotrationen, die sie hatten, das war sehr wenig.

00:28:24: Also ... Es reichte vielleicht knapp zum Überleben, aber wenn man dann noch schwer arbeiten musste,

00:28:30: auch

00:28:30: die Frauen, die Übertage am Leseband und so weiter, die Steine aus der Kohle daraus glauben mussten, das war schon ne harter Arbeiter.

00:28:41: Das vergisst man ja vielleicht generell auch.

00:28:43: Man sieht ja so, halt wenn man Bilder aus dem Bergbau sieht, die schweren Maschinen und so weiter, aber gerade in der Zeit war es halt noch nicht so, dass man so dermaßen viel an Maschinen im Einsatz hatte und das war richtig harte körperliche Arbeit.

00:28:56: Mit Hacke wurde zum Teil gearbeitet und die Kohle da rausgebrochen.

00:29:01: Und mit Pressluft haben wir ihn irgendwann.

00:29:03: Ich weiß gar nicht, ob wann.

00:29:04: So in den zwanziger Jahren kam die auf.

00:29:08: Aber bis das sich komplett durchgesetzt hatte, das war dann ja mein Großvater, der hat Aufschlägen und Eisen gearbeitet, der hatte noch berichtet.

00:29:21: Das ist sehr viel, die Kohle mit der Schippe da raus schaue.

00:29:25: Unglaublich.

00:29:26: Auf die große Bänder gab es ja noch nicht, da gab es so Rüttelrutschen, wo man dann die Kohle so transportieren konnte, bis sie dann an einer Stelle dann in die ... Waggons da verladen wurden.

00:29:42: Das ist ja eine unheimlich, wie soll man sagen, robuste Technik, eine sehr rudimentäre Technik auch so, ne?

00:29:49: Also, da ich selber im Bergbau gelernt habe, aber das war schon eine Zeit, wo die Streckenquerschnitte relativ groß waren.

00:29:58: Man hat nur große Flöze abgebaut von großer Mächtigkeit.

00:30:05: Und damals wurde auch in ganz kleinem... Damals

00:30:07: wurde auch so bis fünfzig oder siebzig Zentimeter

00:30:11: höher.

00:30:12: Das heißt jetzt wieder für Nichtkundige, die Kohleschicht war nur fünfzig Zentimeter hoch.

00:30:17: Siebzig

00:30:17: Zentimeter hoch, dann lohnte sich da schon richtig, aber da konnte man nicht aufrecht stehen.

00:30:23: Das hat man dann mehr oder weniger so im Liegen dann... mit der Hacke dann rausgehackt und rausgekratzt.

00:30:30: Und hat gehofft, dass einem kein Steinbrocken auf die Rübe fällt.

00:30:33: Ja,

00:30:34: die Angst bei den Bergleuten war groß, dass was passieren konnte.

00:30:39: Und es gibt immer zwei Möglichkeiten, die Angst zu bekämpfen, ist einmal beten und einmal saufen.

00:30:47: Manche haben auch beides gemacht.

00:30:50: Ich kenne genug.

00:30:53: Ja, das war wirklich eine knallharte Arbeit, bis man dann später tiefer abbauen, die Kohle abbauen konnte.

00:31:03: Da waren dann die Schichten dann, je tiefer wir kommen, desto dicker waren sie.

00:31:08: Das wusste ich auch noch nicht.

00:31:12: Zum Schluss hat man drei Meter hohe Flöte gehabt.

00:31:15: Das war kein Problem.

00:31:17: Und der Rat hat dann eine Maschine drüber und kein einzelner Kerl mit einer Spitzacke.

00:31:22: Der hat nur, wenn er irgendwo mal was wegkratzen muss, weil es gerade stört oder sowas.

00:31:27: Aber das ist schon gewaltiger Unterschied gewesen.

00:31:31: Dafür auch entsprechend Tiefe.

00:31:34: Und das ist auch unser Anliegen gewesen vom Geschichtskreis, so ein Modell zu machen.

00:31:40: Wie weit sind denn tausend Meter tief?

00:31:43: Also tausend Meter Entfernung, ja.

00:31:46: Aber wenn man mal überlegt, wie sieht es nach unten aus, dann verschätzt man sich sehr schnell.

00:31:52: Das ist eine ganze Strecke und man fährt da auch gar nicht mal.

00:31:55: Also man fährt da relativ lange.

00:31:56: Ich bin damals in der Haar der Schacht von AV, kurz bevor der stillgelegt wurde, gab es ja so Konzerte und so Untertage.

00:32:04: Da bin ich damals öfters mal mit runtergefahren für Foto und Video und so was.

00:32:08: Und das war schon auch ein komisches Gefühl, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:32:11: Wenn man dann hochguckt und denkt, da ist jetzt ein Kilometer einfach nur Stein überein und Erde.

00:32:17: Und da ist, wenn jetzt was passiert, es gibt nur diesen Einschacht.

00:32:21: Also, ich finde, wenn ich mir dann noch vorstelle, dass es dann damals so war, man musste irgendwo noch reinkriechen oder so, das ist ja gruselig.

00:32:28: Ja, das war schon, aber ... die Noten, zwang die Leute letzten Endes im Bergbau der Geld zu verdienen.

00:32:36: Und wenn sie dann einigermaßen noch die Chance hatten, ein Stück Land zu haben, weil sie ja vom Land kamen, um dann Kaninchen zu züchten und so weiter Gemüse anzubauen.

00:32:46: Dann konnte man wenigstens leben.

00:32:47: Dann konnte man überleben bei der Geschichte, denn die Familien haben früher eine ganz andere Vorratswirtschaft treiben müssen.

00:32:58: Nicht wie wir heute, wir können bis um ... zwanzig Uhr oder einzwanzig Uhr noch in den Supermarkt gehen und noch was holen.

00:33:05: Und ansonsten ist eine Pommesbude oder ein Kiosk noch auf.

00:33:09: Damals wurde alles eingekocht und getrocknet und haltbar gemacht und so.

00:33:14: Man wusste ja nie, was kommt.

00:33:16: Genau.

00:33:17: Gut, aber umso erstaunlicher, dass dann Herden gar nicht mal so viel später zur größten Bergbaustadt Europas wurde.

00:33:23: Also was die Fördermenge angeht, jetzt nicht von der Fläche her, aber ... Verhalt der große Player sozusagen in Europa, was den Werkbau angeht.

00:33:32: Und das innerhalb so kurzer Zeit.

00:33:34: Man muss sich das mal fair gegenwertigen.

00:33:35: Das war, ähm, neunzehn, sieben, siebzig war das mit Ewald wo es angefangen hat.

00:33:39: Äh, und das, achzehn,

00:33:41: achzehn,

00:33:42: achten, siebzig.

00:33:44: Nee, du sagst es neunzehn, siebzig.

00:33:46: Ja, das werden wir ein bisschen

00:33:47: spät.

00:33:48: Genau.

00:33:48: Da waren wir schon Richtung absteigender Ast.

00:33:52: Genau.

00:33:53: Und äh, Gerade mal fünfzig Jahre später ist Herden quasi schon eine riesige Stadt nochmal zwanzig Jahre drauf oder so und wir sind die größte Bergbarstadt Europas.

00:34:01: Wenn man sich die eigene Lebenszeit vergegenwärtigt, was sich da so in der eigenen Stadt verändert hat und dann mal überlegt, okay, damals ist von der Freien Wiese zur richtigen, belebten Stadt, ist das in einer Lebenszeit entstanden?

00:34:14: Das ist schon beeindruckend, muss ich immer wieder feststellen.

00:34:17: Ja, das ist schon faszinierend bei der ganzen Zeit.

00:34:20: Das war so eine Art Goldgräberstimmung damals.

00:34:22: Ja,

00:34:23: das war wirklich Goldgräberstimmung.

00:34:26: und Wilder Westen auch in verschiedenen Sachen, bis alles mal richtig geregelt war und so weiter.

00:34:32: Der Politdorfpolizistin Scherlberg hat sich mal an die Zeche gewandt und hat gesagt, ich möchte gerne Blindläden haben, weil die Bösen buben.

00:34:41: Wir haben es immer die Scheibenweißen, wenn ich beim Scheiben der Petroleum Lampe in meine Berichte schreibe.

00:34:49: Das glaube ich.

00:34:50: Also auch dieser wilde Westen, da kamen ja auch verwegende Typen zum Bergbau.

00:34:55: Weil das war ja schwer.

00:34:58: Die Arbeit und also Unterlebensgefahr hat man gearbeitet.

00:35:01: Da kam jetzt nicht ein gut situierter Bürger hin, sondern Leute, die ums Überleben gekämpft haben.

00:35:07: Ja,

00:35:07: wo die Not eingeht, die getrieben hat.

00:35:10: Hier, da gibt es Arbeit, da kann ich leben.

00:35:12: Dann hat man den natürlich auch alles in den wundesten Farben ausgemalt, wenn man sie angeworben hat.

00:35:18: Und dann war es doch nicht so.

00:35:21: Und ob die hinterher sich immer so polizeimäßig brav verhalten haben?

00:35:28: Es sind alles Menschen.

00:35:29: Und damit gibt es auch böse Buben da drunter.

00:35:32: Genau.

00:35:34: Gut, kommen wir mal so ein bisschen auch wieder mit dieser Frage im Hinterkopf, was wäre, wenn es nicht passiert wäre.

00:35:40: Wie hat sich das denn weiterentwickelt?

00:35:41: Vor allen Dingen nach dem Krieg.

00:35:42: Da ist ja dann nochmal Zeit des Wirtschaftswunders, wie gerade schon gesagt, größte Bergbaustadt Europas.

00:35:48: Da ist ja noch eine Menge passiert, bis ja so in die Siebziger hinein vor

00:35:52: allem.

00:35:52: Ja klar, bis nach dem Krieg war eigentlich der Bedarf an Kohle groß, die Eisen- und Stahlindustrie.

00:36:00: hat war ein großer Absatzmarkt und auch für Hausbrand und so weiter brauchte man einiges.

00:36:07: und da wurde gefördert, gefördert, gefördert und weiterentwickelt bei der ganzen Geschichte.

00:36:15: Und obwohl man so dann doch rechtzeitig schon merkte, dass es immer wieder so Absatzkrisen gab und nichts.

00:36:24: Und dann hat man schon ganz bewusst auch die Rohkohlenergie gegründet, wo man alle Zechengesellschaften zusammengefasst hat, um dann zu sagen, wie können wir insgesamt überleben?

00:36:37: Und letzten Endes wussten alle, irgendwann ist vielleicht mit der Kohleförderung Schluss.

00:36:44: Weil immer tiefer wird, auch immer teurer.

00:36:47: Ja, aber man braucht auch nicht mehr.

00:36:49: Es kamen das Erdöl auf dem Markt, es kamen

00:36:52: Erdgas.

00:36:54: Und damit war der Bedarf an Kohle nicht mehr so groß.

00:36:59: Gut, man hat Kraftwerke gebaut.

00:37:01: Das war recht gut, aber...

00:37:04: Kokereien gab es auch noch reichlich, ne?

00:37:07: Ja, wobei wir auf Ewald keine hatten, soweit ich weiß.

00:37:13: Und auf Schlägen und Eisen in Langbruch war eine.

00:37:17: Die ist aber nur bis Nuanzundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund wird der Kohlenstoff zusammengepresst oder zusammengebacken und die Gase, die in der Kohle sind, die werden freigesetzt und dann entsprechend genutzt für verschiedene andere Sachen.

00:37:59: Genau.

00:37:59: Und was überbleibt, ist praktisch noch heißer brennender Brennstoff.

00:38:04: Kohlenstoff,

00:38:05: der dann abgelöscht wird und dann gebrochen wird, dass man den auch in den Ofen verwenden kann.

00:38:15: Und die Industrie braucht natürlich Koks für Stahl.

00:38:19: Ja, für die Stahlherstellung braucht man eine Menge Koks, um das aufschichten zu können und dann entsprechend das Erz verflüssigen können oder reduzieren können.

00:38:33: Als Kind habe ich noch einen Kohleofen immer bei uns beheizt.

00:38:36: Da habe ich immer gerne gemacht mit erst das Holz anstecken und so.

00:38:40: Und wir hatten Koks und wir hatten Kohle.

00:38:42: Und ich habe natürlich sehr gerne mal eine Schippe Koks drauf getan.

00:38:46: Man dürfte aber nicht zu viel Koks nehmen, weil das wurde richtig heiß.

00:38:49: Wurde zu heiß, ne?

00:38:50: Ja.

00:38:50: Da

00:38:50: ist der Ofen nachher weggeschmolzen fast.

00:38:52: Ja,

00:38:52: also ich meine, da kann ja wirklich das Ofenrohr durchbrennen und so was.

00:38:55: Ja, oder die Herdplatte wurde glühend.

00:38:57: Ja, genau.

00:38:58: Das

00:38:58: kam dann schon öfters vor, ne?

00:39:00: Ja.

00:39:00: Aber was ich dann umso interessanter finde, ist, dass Herden als Stadt ja relativ früh auch schon mit anderen Methoden angefangen hat, wie Fernwärme beispielsweise.

00:39:09: ein Fernwärmennetz aufzubauen.

00:39:11: Würde man jetzt denken, so eine Bergbaustadt, die heizen alle weiter mit Kohle, ist ja wahrscheinlich dann auch relativ günstig für den Einzelnen.

00:39:18: Aber trotzdem hat man relativ früh schon mit den Gaswerken auf und dann halt später mit der Fernwärme auch andere moderne Arten da etabliert.

00:39:29: Aus heutiger Sicht sehr klug.

00:39:30: Ja, auf jeden Fall da.

00:39:32: Die schwerten Stadtwerker, für die ist es heute immer noch.

00:39:37: Die

00:39:39: waren sehr früh am Start, früher als andere.

00:39:41: Das ist natürlich für heute ein Wettbewerbsvorteil.

00:39:44: Ja klar,

00:39:44: es gab aber auch ursprünglich in Düsseln noch ein kleines Gaswerk.

00:39:50: Wo war das?

00:39:52: Das ist direkt gegenüber die Straße, die ich glaube Düsselner Straße ist, sogar wenn sie bei dem Baumarkt rausfahren zur Kaiserstraße, über die Straße drüber.

00:40:07: Und dann meine ich hinter der Eisenbahn.

00:40:10: Ach

00:40:10: so,

00:40:12: ja.

00:40:13: Sind auch so Spuren, die man heute dann wahrscheinlich gar nicht mehr findet, ne?

00:40:15: Genau, so wie es da man noch die Spuren findet von dem Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke.

00:40:24: Ach du grüne Neune.

00:40:26: Ja, das war ein T-Stuben, die die Zechen angelegt haben, T-Kaffee und... Tabak, die man kriegte und dann Limonade, damit eben die Bergleute, wenn sie von der Schicht kamen und Durst hatten, nicht unbedingt sofort in die nächste Kneipe gehen.

00:40:44: Ist ja krass.

00:40:45: Das ist eine ganz tolle Idee.

00:40:46: Also nach dem Motto, Rauch dir lieber eine, ist

00:40:49: du da.

00:40:49: Ja, genau, genau.

00:40:52: Und ja, da gab es vor jeder Zeche, gab es da.

00:40:55: Und das in Disteln kann man auch noch sehen, dass ... müsste man jetzt mal ein Bild rausholen, dann würde man das erkennen.

00:41:02: Alkohol war, glaube ich, schon tatsächlich, sagen

00:41:04: wir mal, ein Problem.

00:41:06: Viele

00:41:06: Bergleute, allein durch die Angst, die sie hatten, haben sich dann so ein bisschen betäubt bei der Geschichte.

00:41:12: Mein Vater hat immer einen guten Spruch gebracht dazu, der hat auch gerne mal einen zu viel aus der Bauuntertage auf König Ludwig und er hat gesagt, ach, ein guter Bergmann, der muss auch im Stempel schlafen können.

00:41:22: Der meinte, seinen Rausch ausschlafen können während der Schicht.

00:41:26: Ja, gut.

00:41:27: Ja, also das haben damals viele, ich habe das auch in der Werkerbeitersiedlung bei uns mitgekriegt, da haben viele gesoffen.

00:41:33: Ja,

00:41:34: Alkohol war ein Problem.

00:41:35: Ja, deshalb hat die Zechengesellschaften eben gesagt, wir müssen da was gegen tun und da hat da solche Kaffeestuben eingerichtet.

00:41:45: Wahrscheinlich, wahrscheinlich mit mäßigem Erfolg.

00:41:47: Ja, die waren aber ganz beliebt, die haben sich gut gehalten.

00:41:51: Das war im Prinzip ein größerer Kiosk, wenn man heute sieht.

00:41:55: Eine Trinkhalle,

00:41:56: würde man heute sagen.

00:41:57: Ja, Trinkhalle.

00:41:59: Ohne Alkohol

00:42:00: natürlich.

00:42:01: Aber halt so vom Ambiente her sage ich es mal.

00:42:03: Lass uns treffen heute Abend, es gibt Limonade.

00:42:06: Ich weiß nicht, ob

00:42:06: sich das stimmt natürlich, das ist nicht so reizvoll.

00:42:11: Aber man muss ja auch sagen, es ist ja auch viel drum herum entstanden, was den Leuten dann auch so ein bisschen Ablenkung geboten hat, dass sie gar nicht unbedingt jetzt zwingend den Alkohol bemühen mussten.

00:42:21: Wenn ich so die ganzen Vereine und Aktivitäten sehe, die so nach und nach da gekommen sind.

00:42:27: Sie haben es ja gerade schon angerissen, auch Scherleberg ist da ja ganz groß, da findet man ja jetzt jüngst erst den Männergesangverein, hundertjähriges hat er gefeiert.

00:42:36: Also da ist viel entstanden, um den Leuten auch dann die Zeit außerhalb der Arbeit ein bisschen zu verschönern.

00:42:43: Ja, auch man hat sich bemüht.

00:42:46: Sportvereine, Wandervereine.

00:42:49: Dann gab es die Arbeitervereine.

00:42:52: Die Evangelische Kirche war da sehr führend im Anfang bei der ganzen Geschichte.

00:42:59: Ja, man musste ja so ein bisschen das Soziale drum herum auch, wie soll ich sagen, so etwas ordnen.

00:43:05: organisieren.

00:43:07: So der Pastor Bülow hat mal geschrieben, hat mal gesagt, ja im Anfang gab es keine Organisationen von den Arbeitern.

00:43:17: Wie sollte das auch entstehen, wenn in einem Haus ein Italiener wohnte, ein Ostpreuse, ein Posener und vielleicht noch ein Westfale?

00:43:27: Die haben sich ja erst mal gar nicht richtig verstanden von der Sprache her.

00:43:32: Und wenn es Ärger gab, kam der überforderte Dorfpolizist, der polsische.

00:43:35: Ja,

00:43:35: der hat dann die Leute eingebucht in seinem kleinen Gefängnis-Zelle, die er hinterm Haus im Stall hatte.

00:43:43: Ja.

00:43:45: Oh, da es dann Härten richtig Geld hatte, da kann man, ich glaube, wir hatten sogar einen Segelflugplatz irgendwann mal, ne?

00:43:50: Ja, das kann man.

00:43:51: Das

00:43:51: ist eine Wanne.

00:43:53: der

00:43:54: Flugplatz, ja.

00:43:56: Der ist ursprünglich nicht als Segelflugplatz gegründet worden, sondern man wollte so einen kleinen Verkehrslandeplatz da entsprechend machen.

00:44:06: Mit Zeppelin.

00:44:07: Mit Zeppelin im Anfang noch, der dann kam zur Einweihung.

00:44:14: Ja, und dann die ersten Motorflugzeuge, die dann ihre Kunststücke gezeigt hatten.

00:44:19: Das müsste doch was für Sie sein als Luftfahrttechniker.

00:44:22: Ja,

00:44:22: das hat mich auch schon interessiert.

00:44:24: Die Geschichte von dem Flugplatz Hernewanne.

00:44:30: Das ist schon interessant, was da alles los war.

00:44:33: Und wir haben.

00:44:35: allerdings auch in der Familie von meiner Frau, da gab es während der Nazizeit waren zwei Flieger unterwegs, sie haben Zwischenlandung auf den Platz gemacht und dann haben sie wohl Luftkampf geübt und der eine ist dann über Mal abgestürzt.

00:44:55: Da gab es dann auch aus der Familie eine Tante und eine Tochter.

00:45:02: Die waren unter den Toten.

00:45:06: Das ist auch eine ganz interessante Geschichte.

00:45:08: Es gibt so viele kleinere Geschichten.

00:45:13: Ich sag ja, Sie sind ein wandelndes Lexikon.

00:45:14: Ja, gut.

00:45:17: Was ist denn so aus Ihrer persönlichen Vergangenheit?

00:45:19: vielleicht so eine Ihrer Lieblingsgeschichten, die Sie mit dem Bergbau verbinden?

00:45:23: Gibt es

00:45:23: da irgendwas?

00:45:24: Was ich mit dem Bergbau verbinde, ist eigentlich, dass es unter Tage eine gewisse Kameradschaft gab, wo jeder dem anderen geholfen hat.

00:45:35: Ja?

00:45:35: Und es war, wenn man einen angesprochen hatte, gesagt, ich habe jetzt hier ein schweres Ding, kannst du mir eben helfen?

00:45:41: Dann hat er es gemacht.

00:45:43: Wenn heute ein Elektriker durch den Betrieb durchgeht und die Neonröhren wechseln muss und sagt so einmal, mal eben die Leiter, ich muss am Monosoter, hol dir doch einen zweiten von deiner Abteilung.

00:45:54: Oder die Vorschriften verbieten es, das gibt es auch häufig genug.

00:45:57: Ja,

00:45:57: das ist eigentlich nicht so.

00:46:00: Aber diese kleine persönliche Hilfestellung.

00:46:05: Auch die Bergleute untereinander, die haben sich geholfen, wenn einer einen Schuppen bauen wollte, dann hat er gesagt, komm, helf mal.

00:46:12: Und der andere hat nicht gesagt, was bezahlst du denn dafür?

00:46:15: Er

00:46:16: hat aber erwartet, dass er vielleicht ein Bierchen und eine Frikadelle kriegt oder was?

00:46:20: Das

00:46:21: war dann kein größeres Problem, aber war für denjenigen, der die Hilfe hatte, dann auch eine annehmbare

00:46:29: Geschichte.

00:46:30: Heute müssen wir eine große Firma beauftragen und vielleicht kommen wir auch dazu noch mal so ein bisschen, worum es geht, wenn wir jetzt unser Bergbaumuseum da in Langbogen versuchen, mal so ein bisschen in die Gänge zu kriegen.

00:46:46: Wir haben ja da schon seit Jahren immer so eine Sammlung, wo ich sage immer, Ganz frech, wo viele Leute Sachen, die die Leute damit nach Hause genommen haben, jetzt langsam zuvor, wenn man die nicht mehr braucht für den Partykeller oder sowas, oder auch andere Sachen.

00:47:06: Viele Bücher, der Opa ist gestorben, der hat eine Riesensammlung gehabt und dann wird die uns angeboten und sagen wir, ja gut, wir nehmen die und gucken mal, was davon noch brauchbar ist oder bewertbar ist.

00:47:21: Denn diese Atmosphäre geht nicht darum, dass man sagt, das Bergbau, das war alles klasse, das war alles toll, sondern das war der Bruderwerb in der damaligen Zeit und der hat die Leute geprägt.

00:47:36: Und diese Prägung, da wollen wir so ein bisschen drauf aufmerksam machen.

00:47:41: und natürlich soll auch jeder mal wissen, was auf dem Zechengelände, wenn da heute tolle Firmen sind, die Wohnwagen ausbauen oder Laminate erstellen oder solche Sachen, was auf dem Gelände früher war, wie das aus war, um einfach zu wissen, wo sind unsere Ursprünge her, die uns da zugeführt haben, da so einen Ort zu machen.

00:48:10: Ja, die eigenen Wurzeln zu kennen ist immer wichtig.

00:48:13: Ich meine deshalb blicken wir ja heute auch nochmal zurück auf diese ganze Geschichte.

00:48:18: Und das ist glaube ich auch so ein Punkt, gerade jetzt so in den letzten Jahren mit den ganzen politischen Diskussionen und es wird immer lauter, sag ich jetzt mal, in diesen Diskussionen.

00:48:27: Da wird ja auch häufig angemerkt, ja es gibt keinen Zusammenhalt mehr.

00:48:31: Ist das, auch weil der Bergbau nicht mehr da ist, kann das ein Faktor sein, warum die Leute halt nicht mehr so zusammenhalten?

00:48:38: Ich glaube, das ist am Hanck ein gesamtgesellschaftliches Problem.

00:48:42: Für unsere Stadt ist natürlich, als der Bergbau langsam die ersten Zechen geschlossen wurden, dann hat man ja auch... nicht mehr.

00:48:54: oder hat die Bergleuchte dann auf andere Schachtanlagen gebracht.

00:48:57: Die sind dann nicht zusammengewachsen.

00:48:59: Die sind wieder bunt zusammengewürfelt worden und da ist natürlich auch etwas davon verloren gegangen, was früher da war.

00:49:07: Denn wenn die Leute, die haben einen Steiger gehabt oder einen in einem Revier gearbeitet, die kannten sich alle, die sind zur Arbeit gelaufen, zur Zeche hin und dann auch wieder zurück.

00:49:23: Und da ist natürlich viel Gesprächsstoff untereinander gewesen.

00:49:27: Klar, aber ganz viel sozialer Kit.

00:49:29: Das gibt es ja heute nicht mehr.

00:49:30: Heute sitzen wir im Auto, müssen vielleicht eine Stunde fahren, bis wir an unsere Arbeitsstelle kommen.

00:49:35: Ja, und haben die Zeit auch nicht mehr, dann letzten Endes im Verein oder sowas tätig zu werden.

00:49:42: Ja, die Leute, das kann man wohl festhalten, sind heute deutlich mehr vereinzelt, als sie es früher waren.

00:49:50: Trotzdem ist dieser gesellschaftliche Zusammenhalt, den gibt es ja auch, also die Probleme gibt es ja auch in Ostdeutschland und irgendwo

00:49:55: wo kein

00:49:56: Ichsechen war.

00:49:57: Genau, aber gerade was Härten betrifft, kann das ja durchaus ein Faktor sein.

00:50:02: Ja, dann ist ja der Backbau.

00:50:04: irgendwann ja war die große Zeit vorbei.

00:50:07: Das fing so in den siebziger Jahren an in Herden, dass man so nach und nach sich davon verabschieden musste.

00:50:13: Wie ging das von Statten?

00:50:14: Ja, das war ein großer Schnitt war auch nochmal die Katastrophe, Aufschläge und Eisen, die da waren die sieben Tote.

00:50:29: Und

00:50:29: dann ging die Diskussion ja los, soll man die Zeche nicht sofort dicht machen, nach dem Brand und so weiter und so fort, dann haben sich aber, als sich wohl der Bergwachsdirektor dann durchsetzen können, dass man gesagt hat, nee, wir machen weiter, dann hat man in der Nacht noch den großen Förderturm, den Schachtvier nochmal wieder.

00:50:51: aufgebaut und gemacht, der war leider dann nur drei Jahre in Betrieb, dann kamen die Zusammenlegung schon mit Ewald und dann wurde nur auf Ewald.

00:51:00: Mit Schlägel und Eisen, ne?

00:51:01: Ja ja, Schlägel und Eisen

00:51:03: und

00:51:03: Ewald.

00:51:03: Ach ja, verstehe.

00:51:05: Die ging zusammen und dann hat man nur auf Ewald noch die Kohle rausgeholt, die Schachtanlage zwar noch gehabt, um das Personal runterzubringen und so weiter.

00:51:15: und auch für die Wetterführung, das war schon wichtig.

00:51:18: Ja, und dann wurde dann auf Ewald die Forderung eingestellt und alles nach Hugo gebracht.

00:51:26: Das war so ein Schrittweise, letzten Endes.

00:51:29: Ich habe das damals auch so empfunden, dass die, ich weiß gar nicht, ob es organisatorisch immer wichtig oder nötig war, aber man teilt nicht mit, wir legen still, sondern man teilte damals ja mit, wir legen Bergwerke zusammen.

00:51:43: Das löst weniger... Schock aus, weniger Angst, weniger Proteste.

00:51:48: Ja,

00:51:48: so nach dem Motto, es kommt nicht so schlimm als

00:51:51: wenn wir

00:51:52: sagen, wir stellen den Bergbau hier ein.

00:51:54: Ja,

00:51:55: am Ende lief jede Zusammenlegung aber immer auf eine Teilstilllegung hinaus.

00:51:59: Automatisch, ja.

00:52:01: Die Schächte wurden dann verfüllte und so weiter, dann merkte man schon, hier geht so langsam dem Ende entgegen.

00:52:09: Aber zumindest für die meisten Bergleute hieß diese Zusammenlegung, sie verlieren ihren Job nicht.

00:52:15: Sie wurden weiter beschäftigt, zumindest die meisten.

00:52:18: Da muss man eigentlich in Lob aussprechen, dass man es damals geschafft hat, ohne große gesellschaftliche Konflikte diesen Abbau herbeizuführen.

00:52:28: Der hat natürlich eine Menge Geld gekostet.

00:52:33: immer die besten Schachtanlagen, die am meisten gefördert hatten, die hat man stillgelegt und hat andere wieder ausgebaut.

00:52:40: Das war nicht immer das Glücklichste, aber es war sozial sehr verträglicher Weg, den man gegangen ist.

00:52:48: Und ganz viele Leute haben sehr früh sehr viel Rente gekriegt, muss ja auch bezahlt werden.

00:52:53: Ja

00:52:53: gut, aber die musste bezahlt werden.

00:52:57: Das ist nur eigentlich schade, dass die Leute, die dann sehr früh freigestellt waren, sich eigentlich nicht so richtig engagiert haben.

00:53:05: Die sind dann vielleicht frustriert gewesen und haben gesagt, ich habe keinen Lust mehr, ich beschränke mich auf meine Familie, mehr will ich nicht mehr und so weiter.

00:53:15: Statt wie es früher üblich war, da war jeder in irgendeinem Verein.

00:53:18: Man hat ja gesagt, drei Deutsche, vier Vereine oder sowas.

00:53:25: Das ist so ein bisschen dann auch dadurch verloren gegangen.

00:53:29: Und für die Wirtschaft auch eine Menge an Kompetenz.

00:53:32: Heute würden solche Arbeitskräfte ja händeringend gesucht und eingestellt.

00:53:37: Ja, ich habe mal mit meinem Kameraden von Alornhaus mit den Offizieren mal eine Besichtigung auf Schlägel und Eisen gemacht.

00:53:46: Und da hat es wir dann da mit dreckigen Händen unsere Butterstulen da gegessen haben.

00:53:52: Da sagt einer dann, jetzt verstehe ich eigentlich meine Wehrpflicht, die ich habe, die aus dem Bergbau kommen, viel besser.

00:54:01: Von der Art und Weise, wie die miteinander umgehen, was das für eine Maloche auch ist unter Tagen.

00:54:08: Also schon interessante Geschichte.

00:54:13: Gut,

00:54:14: und dann kam das Jahr zweitausend.

00:54:16: Da war es dann ja so langsam vorbei.

00:54:21: Es erinnert nur noch so ein paar Relikte dran.

00:54:24: Ja und mit dem Ende des Bergbaus ist dann leider auch so ein bisschen.

00:54:30: die aufstrebende Stadt war keine aufstrebende Stadt mehr irgendwann.

00:54:33: Das muss man ja auch dazu sagen, beziehungsweise Härten musste sich andere Felder suchen.

00:54:38: Hat man geschafft mit Coca-Cola, mit all die Schweißfuhr natürlich später härter.

00:54:43: Das sind natürlich so die ganz großen.

00:54:45: Aber warum man sich ja auch ganz gerne in Backbots zurück erinnert, ist auch, es war eine Zeit des Reichtums in gewisser Weise.

00:54:52: Also sowohl für die Städte als auch für manche Menschen.

00:54:54: Ja, es haben viele davon profitiert.

00:54:57: Allein die Friseure.

00:54:59: Die hatten schon, ja, hatten gutes Einkommen.

00:55:02: Die Leute konnten hingehen.

00:55:03: Die Ehefrauen sind dann wöchentlich, haben ihre Dauer willen.

00:55:07: neu gemacht oder machen lassen und in diesem ganzen Umkreis.

00:55:12: Es war Geld vorhanden, man konnte sich in Autoleisten, die ganzen Autofirmen, die wir haben im Herdner Gebiet, die Autohändler, ja das ist alles in der Zeit nach dem Krieg entstanden.

00:55:24: Das war aufstrebend und dann kam natürlich so eine Delle.

00:55:30: die dazu geführt hat, dass man das Auto vielleicht dann doch ein bisschen länger gefahren hat und sich noch nicht ein neues gekauft hat.

00:55:37: Verschiedene andere Geschäfte haben sich ja auch verändert.

00:55:42: Wir haben ja nicht mehr diese vielen kleinen, kolonial wahren Geschäfte und so weiter.

00:55:47: Es gibt ja alles nicht mehr.

00:55:51: Wo will man den Härten heute noch mal Porzellankaufen in einem Geschäft?

00:55:55: Es gibt keinen mehr.

00:55:57: Es sei denn Kaufland oder andere Große bieten was an.

00:56:05: Es sind schon gewaltige Veränderungen da in unserer Gesellschaft.

00:56:11: Und auch die Technik, die Computertechnik hat vieles verändert.

00:56:17: Ja, in allen Bereichen.

00:56:19: Kein einzigen Arbeitsbereich, in dem die Digitalisierung nicht irgendwie ihre Spuren hinterlassen hat.

00:56:24: Bei uns ja auch.

00:56:24: Wir haben vor zehn Jahren mehr oder weniger eine Zeitung produziert.

00:56:29: Vor zwanzig.

00:56:30: Vor zehn fingen wir schon an online zu arbeiten.

00:56:33: Aber ich meine, anfangs war das hier, was wir jetzt machen, auch undenkbar.

00:56:38: Das hätte man im Radio gemacht oder so.

00:56:39: Und selbst da nicht in der Ausführlichkeit.

00:56:42: Und heute macht man es halt.

00:56:43: Und jeder kann es unterwegs auf einem kleinen Gerät sich anhören.

00:56:47: Es war natürlich schwierig für die Stadt, wo diese vielen Arbeitsplätze schlacherartig mehr oder weniger weggebrochen sind.

00:56:57: Da gab es ja keinen Ersatz.

00:56:59: Nein.

00:57:03: Es war weg und auch das, was vor heute an Arbeitsplätzen haben, die auf dem Zechengelände angesiedelt sind, spiegelt ja nicht die Zahl wieder, die früher da gearbeitet haben und rundherum.

00:57:16: ist so viel Neues eigentlich nicht gekommen.

00:57:19: Ja, das mühsames Geschäft.

00:57:21: Ja, natürlich.

00:57:22: Also, ich finde, das, was in Herrn Passiert relativ gut verglichen mit anderen Städten, trotzdem die Zahl alleine der Arbeitsplätze, die es unter Tage gab, die kann man oberirdisch gar nicht herstellen.

00:57:35: Das geht leider nicht.

00:57:36: Aber immerhin, wenn man tatsächlich mal den Vergleich mit anderen Städten macht, wie beispielsweise Marl, der recht nebenan, also er hat schon gut was draus gemacht aus seinem Erbe, oder?

00:57:46: Zumindest sind wir auf einem Weg, der vielversprechend

00:57:49: aussieht.

00:57:49: Ich finde, dass der Weg recht gut ist, dass man versucht, dass man natürlich auch Geduld haben muss.

00:57:55: Man kann nicht erwarten, dass morgen wieder überall alles blüht und ... das Geld zuhauf kommt.

00:58:02: Und leider muss man ja auch sagen, der Bergbau hat ja nicht nur schöne Spuren hinterlassen, sondern auf den Bergbau-Geländen liegt ja auch immer eine Menge Mist im Boden.

00:58:11: Muss man ja bevor man da neu baut, auch erst

00:58:15: mal gucken, was los ist.

00:58:17: Ja, das war damals ja üblich.

00:58:19: Was hat man diese Teerfarben, die man verwendet hat, um das Holz zu imprägnieren und so weiter, schwellen und so weiter.

00:58:26: Dann die Kuckereien, da sind mit Sicherheit auch Flüssigkeiten im Boden.

00:58:32: Man hat im Krieg auch teilweise die brennbaren Sachen einfach in den Boden abgelassen.

00:58:38: Da kämpfen wir heute noch drinnen.

00:58:41: Das ist natürlich schwierig.

00:58:43: Und das macht es eben für solche Gelände nicht so leicht, dann mal eben schnell eine neue Firma draufzubauen.

00:58:49: Beziehungsweise macht es auch teuer.

00:58:51: Ja, klar.

00:58:52: Aber immerhin, man hat tatsächlich ja eigentlich mit dem Ende des Bergbaus in Herden schon so die Planung im Kopf gehabt und hat es auch angegangen und nicht wie in anderen Städten, wo man sagt, ja, gucken wir mal irgendwann und dann ja, heute am Anbrachland da.

00:59:06: Also von daher ist Herden, glaube ich, ganz auf einem guten Weg zumindest.

00:59:11: Das Ergebnis müssen wir noch abwarten.

00:59:14: Gut.

00:59:16: Wenn man jetzt noch mal so gesamt zurückblickt, Scherlebäck gäbe es nicht, ohne Bergbau, langen Bochum in der Form auch nicht.

00:59:25: Er hat einen Süd,

00:59:26: wahrscheinlich gar nicht.

00:59:29: Das wären größtenteils wahrscheinlich so westfälische Bauern.

00:59:36: Müsste man jetzt als Prämisse natürlich voraussetzen, dass jetzt auch in den umliegenden Städten kein Bergbau stattgefunden hätte, sonst hätten wir natürlich auch ein Herd davon was mitbekommen.

00:59:43: Aber nehmen wir jetzt mal an, diese Grenze wäre ein bisschen weiter südlich gewesen.

00:59:46: Wir wären zum Münsterland immer noch zugehörig.

00:59:50: Ich glaube, dann wären wir irgendwie so, weiß nicht.

00:59:52: Kreiskursfeld, so was.

00:59:53: Wie läuft?

00:59:54: Ja, wo es da gibt es auch viele Industrie, ne?

00:59:57: Ja, gut.

00:59:59: Inzwischen, ja.

01:00:01: Aber sonst wären wir heute, glaube ich, sowas wie Olfen oder so, wenn es hochkommt.

01:00:04: Ja, und

01:00:05: wenn kleinere Orte ... Die Bevölkerung wäre natürlich auch nicht so groß, ne?

01:00:09: Nee, und hätte sich ... Und ich glaube auch, die Mentalität der Menschen wäre auch eine ganz andere.

01:00:17: Das wäre ja ein ganz anderer Menschenschlacht, glaube ich.

01:00:19: Klar, die Landschaft und die Tätigkeit prägt die Menschen.

01:00:23: Wie sagt der Westfalle, wenn er seinen Hof von Gott geschenkt gekriegt hat?

01:00:27: Als erstes zu Gott, Rona von meinem Hof.

01:00:33: Gut.

01:00:34: Ja, mir fällt nichts mal ein.

01:00:37: Ganz ehrlich gesagt, habt ihr noch einen Aspekt, der wichtig wäre in dem Zusammenhang?

01:00:43: Weil, ich finde, wir haben jetzt einen schönen Rundumschlag gemacht.

01:00:46: Eigentlich das, was uns bewegt vom Geschichtskreis, was wir erhalten wollen, ist eigentlich nur das Wissen darum.

01:00:56: was passiert ist, wie hat sich der Ort verändert, wir wollen nicht die Asche anbieten, sondern eigentlich nur dafür sorgen, dass man weiß, wie sie entstanden ist, kann man sagen.

01:01:07: Ja, ist immer gut zu wissen, wo man herkommt.

01:01:10: Ja,

01:01:10: ganz genau.

01:01:11: Ja, und das kann man... Wie Sie schon sagen, in Ihrem Geschichtskreis erfahren.

01:01:15: Man kann zum Beispiel auch in der Maschine einen Scherlebeck erfahren.

01:01:17: Da war ja erst vor Kurzem das Lichterfestival, die Halle Glüth wird's ja genannt.

01:01:23: Und da gibt's auch mittlerweile unglaublich viele Andenken.

01:01:27: Es gibt einen kompletten Stollen, der ja sogar bis auf die Wände selbst, glaube ich, alles andere ist original von der Auguste Victoria noch.

01:01:36: Also da kann man eine Menge sehen.

01:01:37: und generell, wenn man halt auf Schlägel und Eisen, auf Ewald, sich Ein bisschen begibt und mal sich umschaut, da ist so vieles noch von früher vorhanden, wo man diese Geschichte anfassen kann und direkt erleben kann.

01:01:50: Wenn man auf dem weißen Riesen da, dem Schachtvier, oben steht auf der Aussichtsplattform, dann sollte man wirklich wissen, warum ist er denn gebaut worden und was ist die Ursache dafür, was war rundherum los?

01:02:03: Und wenn man da oben steht, mag man gar nicht glauben, dass wir mal so eine Industriestadt waren.

01:02:07: Es ist alles grün.

01:02:09: Das ist, finde ich, immer wieder faszinierend.

01:02:11: Das erlebt man mit allen Besuchern, die man im Ruhrgebiet hatten.

01:02:16: Ob man auf Zollvereine ist und so weiter.

01:02:18: Ich war mal mit vor Jahren mit meinem Studienkameraden her, hab den versucht, mal so ein bisschen Ruhrgebiet zu machen.

01:02:25: Und die sagten aber einmal, ich hab gar nicht gewusst, dass es irgendwie so grün

01:02:29: ist.

01:02:29: Die dachten alle, das ist wie direkt an der Kokerei.

01:02:32: Das ist ein dreckiger Staubiger.

01:02:36: Ist vorbei.

01:02:37: Ja auch letztens gab es ja so eine Veranstaltung mit Gravel Bikes nennen die sich glaube ich also so eine spezielle Art von Fahrrädern.

01:02:45: da gab es eine große Veranstaltung auf Ewald und die Veranstalter kommen irgendwo aus Hessen oder so irgendwie so aus dem Raum und die waren dann ganz überrascht.

01:02:55: wie schön das hier ist, dass man hier Fahrradwege hat, dass man hier eine Halde hat, über die man auch fahren kann und so was.

01:03:01: Das haben die alles gar nicht erwartet.

01:03:02: Für die ist das irgendwie immer noch so dieses Industriegebiet und das war es dann.

01:03:08: Aber ich glaube, da haben wir dann viel draus gemacht.

01:03:11: Apropos Halde, mir ging das auf der Halde, so wie Ihnen, auf dem Schachtvier, auf dem weißen Riesen.

01:03:18: Wenn man da oben steht und in die Landschaft drum herum guckt und stellt sich vor, Der Berg, auf dem ich hier stehe, den haben die aus tausend Meter Tiefe rausgekratzt, nach oben gekarrt, hier auf einen großen Haufen geworfen und ich stehe jetzt hier oben drauf.

01:03:34: Also das ist schon verrückt.

01:03:35: Das

01:03:37: haben die sich damals wahrscheinlich auch nicht gedacht, dass irgendwann die Menschen da mal mit elektronischer Musik ein Rape abhalten oder ähnliches.

01:03:46: Ja, aber es ist tatsächlich gut zu wissen, wo kommt's her.

01:03:49: und sich das mal so vor Augen zu führen, finde ich ganz schön.

01:03:52: Ich finde auch, die Geschichte der Alterhohe war auch ein bisschen wahnsinnig mit dem Tunnel da drunter.

01:03:56: Man hört, dass eine Bahnlinie bauen war, ein Bercht rüber.

01:04:01: Man war da sehr pragmatisch damals.

01:04:05: Dann würde ich sagen, vielen Dank weggezogen, dass Sie sich Zeit genommen haben.

01:04:11: Wie immer eine Quelle für alles, was historisch interessant ist in Herden.

01:04:17: Wie der Kollege schon sagte, ein Wandel des Lexikons.

01:04:20: Ja, wir hoffen dir auf dir.

01:04:22: Danke schön.

01:04:22: Ja,

01:04:22: sehr, sehr gerne.

01:04:24: Und euch da draußen vielen Dank fürs Zuschauen und zu hören.

01:04:27: Und wenn ihr noch eine schöne Bergbaugeschichte habt, eine persönliche vielleicht sogar, schreibt uns einfach hraddaktion at medienhaus-bauer.de ist die Adresse.

01:04:37: Ansonsten findet ihr uns bei Facebook und bei Instagram auch.

01:04:39: Und ja, sag mal Bescheid, wir sind gespannt, was ihr noch so zählen habt.

01:04:44: Ansonsten, tschüss.

01:04:46: Glück auf.

01:04:46: Glück auf, genau.

01:04:50: Hör mal her,

01:04:51: das

01:04:51: Spezial.

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